EIT Health Germany Blog

Event Blog: Unser Hike über den KassenGipfel in Berlin

Wir waren nicht zum ersten Mal dabei, aber auch sicher nicht zum letzten Mal. Beim KassenGipfel 2022 in Berlin war EIT Health wieder an Bord – und zwar in vorderster Linie.

 

Als Ausstellende dürfen wir schon am Vorabend einmal reinschnuppern in das Leonardo Royal Hotel am Alexanderplatz in Berlin. Da werden Stühle gerückt, Kartonagen gestapelt, Wände hochgezogen und … Überraschungseier von einer Palette geladen. Da werden wir auf jeden Fall ein Auge drauf behalten. Wie immer, wenn wir mit dem MCC arbeiten durften, sind wir begeistert, wie so viele Hände so zuverlässig ineinandergreifen und mal eben eines der größten Krankenkassen-Events Deutschlands hochziehen.

 

Tag 1: Clash of Healthcare Titans

Am nächsten Tag gehen die Türen von Ballroom 3 dann schließlich für alle auf. Alle, das sind Versicherungen wie die DAK (deren Stand alle anderen wieder in den Schatten stellt), Debeka, TK und BARMER, politische Vertreter*innen wir Prof. Dr. Karl Broich vom BfArM und Vertreter*innen der Patient*innenversorgenden wie Dr. Gerald Gaß von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Durch Tag 1 des KassenGipfels führt Prof. Dr. Dr. Alexander Ehlers, der, nicht zum ersten Mal, das Event mit viel Fachverstand leitet und die Teilnehmenden mit pointierten Nachfragen in den Diskussionsrunden auf Trab hält. Viele der Themen, die da behandelt werden, sind nicht neu. So haben wir uns schon letztes Jahr über Digitalisierung des Kassensystems und einheitliche Schnittstellen ausgetauscht. Doch inzwischen scheint eine gewisse Dringlichkeit durch, wenn die Expert*innen ihre Eindrücke schildern, wie zu den finanziellen Herausforderungen in den kommenden Jahren und der Frage, ob das deutsche „Fast Track“-Verfahren seinen Namen noch verdient und nicht bald überholt werden wird. Neu in der Diskussion ist der Themenblock „Green Healthcare“, der sich mit Nachhaltigkeit in der Gesundheitsversorgung befasst. Auch der ist sicher gekommen, um zu bleiben.

Mittagspause
Dr. Michael Lüttgen (4.v.l.) im Panel an Tag 1.

Zeit Mitzumischen wird es für EIT Health dann am ersten Nachmittag, als Stakeholder Relations Lead Dr. Michael Lüttgen das Panel „Digitalisierung im Gesundheitssektor“ betritt. Dass dieser Austausch alles andere als bieder wird, ahnen die Zuhörenden schon nach Lüttgens erstem Statement: „Wir befinden uns im Paläozoikum der Digitalisierung im Deutschen Gesundheitswesen“, fordert er heraus. Kein Wunder, dass die folgende Debatte eine hitzige ist.

Ein weiteres Highlight des ersten Programmtages ist definitiv die heiß erwartete politische Gesundheitsrunde „Health 2025: schaffen wir das?“, die Vertreter*innen von AFD, FDP, SPD und den Linken an einen Tisch brachte, um sich zur eigenen Vision für die Gesundheitsversorgung der nächsten Wahlperiode zu äußern und unangenehme Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Die Stunde geht eindeutig zu schnell rum und so eilig, wie die Politiker*innen hereingeschneit sind, schneien sie wieder hinaus. Und wir, da der erste Tag damit beendet ist, ihnen hinterher.

 

Tag 2: Platz da, hier kommen wir!

Gleich auf der Bühne, nun noch in lockerer Runde: unsere Expert*innen

Ein Blick in die müden Augen genügt am nächsten Morgen, um zu erahnen, wer am ersten Tag noch das After-Show-Programm des Veranstalters im Hofbräu Wirtshaus genossen hat. Doch den Programmbeginn um 8.30 Uhr wahrzunehmen lohnt sich, denn durch den heutigen Tag führt keine Geringere als Dr. Katharina Ladewig, Managing Direktorin des neuen Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Public-Health-Forschung und Geschäftsführerin unserer Mutterfirma Innovation in Health. Dass Ladewig den Moderationshut aufsetzt, lässt bereits erahnen: am heutigen Tag des Kongresses werfen wir einen kritischen Blick auf das deutsche Gesundheitswesen und auf seine Resilienz, Innovationskraft und vielleicht auch -willen. Auch heute steht das Thema Digitalisierung ganz klar im Fokus. Und das nicht zuletzt, weil unser persönliches Highlight noch bevorsteht.

Dieses erwartet die Gäste – jedenfalls die, deren Sitzfleisch noch nicht erschöpft ist – nämlich nach dem Mittagessen. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsmedium Science Business organisieren wir das Satelitenevent „Zukunftssichere Medizin“ als Teil der Science Business-Veranstaltungsreihe Future-Proofing Medicines. 90 Minuten lang erörteten unsere Expert*innen aus Politik und Gesundheitsversorgung die Frage „Kann Deutschland seinen zukünftigen Gesundheitsanforderungen mit neuen Therapieansätzen wirksam begegnen, wenn wir das derzeitige System beibehalten? „.

 

Moderator Carlos Haertel führte unsere Diskutant*innen durch zwei Sitzungen:

Erste Sitzung: Medizinische Wissenschaft, Innovation und Regulierung. Karl Broich (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) eröffnete die Sitzung mit seinem reflektierenden Vortrag „Lessons learned: Wohin gehen wir?“ um anschließend gemeinsam mit Christine Dehn (Deutsche Herzstiftung e. V.), Prof. Dr. Geraldine Rauch (Technische Universität Berlin) und Prof. Dr. Freimut Schliess (EIT Health; Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH) in einem offenen Podium zu diskutieren.

Die zweite Sitzung „Daten, Digitalisierung und Regulierung“ wurde von Nick Schneider (Bundesministerium für Gesundheit) eingeleitet, der über „Der Weg zum EHDS: Wo stehen wir jetzt, wo wollen wir hin?“ sprach und sich anschließend zu den Diskutanten dieser Session gesellte, nämlich Valerie Kirchberger (Heartbeat Medical), Dr. Christoph Löschmann (Gesundes Kinzigtal GmbH) und Prof. Dr. med. Jochen Klucken (Universität Luxemburg).

 

Panel zur ersten Sitzung

Die wichtigsten Erkenntnisse unserer Expertenrunden auf einen Blick:
🔹 Patient*innen brauchen schnellere und einfachere Wege, um von innovativen Lösungen zu profitieren.
🔹 Die Qualität der Medizin in Europa darf nicht durch ein Zulassungsverfahren gefährdet werden, das in wirtschaftlich attraktive Gebiete ausgelagert wird und weiterhin weltweiten Standards folgen muss.
🔹 Europäische Regelungen würden einheitliche Lösungen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens ermöglichen, die föderale, differenzierende Gesetze außer Kraft setzen.
🔹 Die Nutzbarkeit von Gesundheitsdaten führt zu einer besseren Versorgung der Patient*innen und einer effizienten Gestaltung von Ökosystemen. Langwierige Prozesse und Zögerlichkeit gefährden Patient*innen, die von neuen Regelungen profitieren könnten.
🔹 Real-life Data = Real-life Evidence: Gesundheitsdaten sind ein Zeugnis für die Qualität der Versorgung
🔹 Wir brauchen eine neue Denkweise, die es ermöglicht, den Fokus auf die Benutzerfreundlichkeit in den Vordergrund der Diskussion zu stellen, anstatt sich auf den möglichen Missbrauch zu konzentrieren.

 

Mit dieser Diskussion endete auch der Kassengipfel 2022 in Berlin und die Teilnehmenden machen sich auf den mal mehr, mal weniger langen Weg nach Hause. Mit einem Kopf voller neuer Anregungen und Erkenntnisse und … Moment, was ist eigentlich aus der Palette Überraschungseier geworden!?