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Eisbach Bio erhält 8 Millionen Euro Förderung zur Bekämpfung von SARS-CoV-2

Das Biotechnologie-Start-up Eisbach Bio aus Planegg erhält 8 Millionen Euro Förderung für die klinische Entwicklung eines SARS-CoV-2-Helikase-Inhibitors

 

Eisbach Bio ist ein Biotechnologie-Start-up, das eine neue Klasse innovativer Medikamente entwickelt, die auf die molekularen Schwachstellen bei menschlichen Krankheiten abzielen. Das Unternehmen konzentrierte sich ursprünglich auf seine Hauptpipeline in der Onkologie, indem es seine einzigartigen Screening- und Zellplattformen nutzte, um selektive Medikamente zu entwickeln, die Tumore direkt angreifen. Die Wissenschaftler identifizieren onkogene Helikasen, die von niedermolekularen Inhibitoren gegen spezifische Chromatin-Remodeling-Enzyme zugeordnet werden können. Als im Februar 2020 die Bedrohung durch den neuen Coronavirus näherrückte, stellte sich Eisbach Bio schnell der Herausforderung und startete die Entwicklung eines Inhibitors der für die Virusreplikation kritischen SARS-CoV-2-Helikase Nsp13. Prof. Andreas Ladurner, CSO von Eisbach Bio, beschreibt den Ansatz: „Unser Medikament blockiert die Virusreplikation durch einen neuartigen, zielgerichteten Mechanismus, der über alle bekannten Virusvarianten hinweg vollständig konserviert ist. Wir sind entschlossen, ein nachhaltiges Medikament mit einem guten Sicherheitsprofil bereitzustellen, das die Behandlung von Personen ermöglichen sollte, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, insbesondere von Hochrisikopatienten.“

 

Anfang Juli 2021 gab Eisbach Bio bekannt, dass das Unternehmen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 8 Millionen Euro für die klinische Entwicklung des SARS-CoV-2-Helikase-Inhibitors erhalten hat. Nach dem kürzlich erfolgten Abschluss der präklinischen Entwicklung, die im Februar 2020 begann, freut sich Eisbach Bio nun darauf, die zusätzliche finanzielle Unterstützung für die klinische Entwicklung zu nutzen und zu beschleunigen. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung des BMBF bei der klinischen Validierung unseres Wirkstoffkandidaten, der eine bequeme orale Verabreichung ermöglicht. Da die Tabletten einfach hergestellt und versendet werden können, bietet unser Medikamentenkandidat nicht nur ein breites Potenzial zur Linderung von Krankheitssymptomen, sondern auch zur weltweiten Reduzierung von COVID-19-Krankenhausaufenthalten und Todesfällen“, kommentierte Eisbachs CEO Dr. Adrian Schomburg. Das Unternehmen geht derzeit davon aus, im ersten Quartal 2022 klinische Phase-I-Studien für seinen COVID-19-Asset einzuleiten.

 

Die Bayerische Therapiestrategie und das Bundesförderprogramm des BMBF „Forschung und Entwicklung dringend benötigter Therapeutika gegen SARS-CoV-2“ befassen sich mit potenziell lebensbedrohlichen Infektionsverläufen mit dem Coronavirus, indem sie die Entwicklung innovativer Medikamente fördern. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger glaubt an die Stärke der bayerischen Biotech- und Pharmaunternehmen und will besonders innovative Forschungsprojekte finanziell unterstützen. Neben der erfolgreichen Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 ist die Verfügbarkeit wirksamer Therapeutika entscheidend für die Bekämpfung der aktuellen Pandemie. Die vorliegende Förderrichtlinie des BMBF zielt darauf ab, die klinische Entwicklung vielversprechender Therapieansätze gegen COVID-19 zu stärken. Auf diese Weise sollen präklinisch erfolgreich getestete Kandidaten für neue Therapeutika schnellstmöglich die Patienten erreichen und das Behandlungsrepertoire gegen COVID-19 bedarfsgerecht erweitert werden.

 

Das innovative Biotechnologie-Start-up Eisbach Bio wurde 2019 als Spin-out des Biomedizinischen Zentrums München gegründet. Mit der Startup-Initiative Genwerk des Centers gewannen Prof. Andreas Ladurner und Dr. Adrian Schomburg den 1. Preis beim Acceleration Day des EIT Health BioEntrepreneur BootCamp im Juli 2018. Das Unternehmen befindet sich in Privatbesitz und wird von verschiedenen internationalen Investoren unterstützt. Eisbach Bio wurde mit dem EIT Health Headstart Award 2019 ausgezeichnet, einem der Förderprogramme, die EIT Health aufstrebenden Unternehmen und KMU in Europa anbietet. Ziel des Programms und der mit 50.000 Euro dotierten Auszeichnung ist es, den Markteintritt und die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen und damit neue wirtschaftliche Aktivitäten anzustoßen.