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Eisbach Bio erhält 6,7 Mio. Euro Förderung für die Entwicklung zielgerichteter antiviraler Mittel gegen SARS-CoV-2

Ende Oktober 2021 gab Eisbach Bio den Erhalt eines Fördergeldes in Höhe von 6,7 Mio. Euro von der Bayerischen Staatsregierung für die Entwicklung von zielgerichteten antiviralen Mitteln gegen SARS-CoV-2-bekannt.

Das Biotechnologie-Start-up mit Sitz in Planegg entwickelt eine neue Klasse von Medikamenten, die auf die molekularen Schwachstellen menschlicher Krankheiten abzielen. Eisbach Bio konzentrierte sich ursprünglich auf seine Hauptpipeline in der Onkologie, indem es seine einzigartigen Screening- und Zellplattformen nutzte, um selektive Medikamente zu entwickeln, die Tumore direkt angreifen. Als jedoch im Jahr 2020 die Gefahr einer Coronavirus-Pandemie aufkam, begann das Unternehmen mit der Entwicklung eines Hemmstoffs für die SARS-CoV-2-Helikase, Nsp13, die für die Virusreplikation entscheidend ist. Prof. Andreas Ladurner, CSO von Eisbach Bio, beschrieb den damaligen Ansatz wie folgt:

Unser Medikament blockiert die Virusreplikation durch einen neuartigen, zielgerichteten Mechanismus, der bei allen bekannten Virusvarianten vollständig konserviert ist. Wir sind entschlossen, ein nachhaltiges Medikament mit einem guten Sicherheitsprofil bereitzustellen, das die Behandlung aller positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen, insbesondere von Hochrisikopatienten, ermöglichen sollte.”

Dementsprechend plant Eisbach Bio ein sicheres, nachhaltiges und zielgerichtetes antivirales Medikament mit spezifischer Aktivität gegen das SARS-CoV-2-Virus in die Klinik zu bringen, mit dem Ziel, das Fortschreiten der Krankheit zu verringern und den Kampf gegen die globale Pandemie zu unterstützen. Auf der Grundlage seines Fachwissens auf dem Gebiet der Molekulartechnik hat das Unternehmen bereits das oben beschriebene EIS4363 entwickelt, einen niedermolekularen Hemmstoff des SARS-CoV-2-Helikase-Enzyms Nsp13. Ziel dieses Projekts ist es, die chemische Struktur des präklinischen Kandidaten EIS4363 weiterzuentwickeln und die Wirksamkeit in Tiermodellen weiter zu steigern. Weitere Forschungsarbeiten zielen auf die Entwicklung einer hochwirksamen, oral verabreichten Kombinationstherapie mit Arzneimitteln, die auf die RNA-abhängige RNA-Polymerase (RdRP) abzielen, wie z. B. Molnupiravir.

Die neu eingeworbenen Fördermittel in Höhe von 6,7 Mio. Euro sollen die Entwicklung der COVID-19-Therapeutika von Eisbach Bio unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit der Biotech-Szene in Bayern im Rahmen des Programms BayTherapie 2020 erhalten. Der Geschäftsführer von Eisbach Bio, Dr. Adrian Schomburg, kommentierte die Förderung:
„Unser Team ist dankbar für die staatliche Unterstützung bei der Entwicklung unserer Wirkstoffkandidaten. Die Biotech-Szene in Bayern und darüber hinaus wird von diesem Projekt profitieren. Unsere Forschungsfortschritte zeigen, wie sich bayerische Unternehmen im Kampf gegen COVID-19 engagieren und eine führende Rolle bei der Entwicklung von Innovationen und therapeutischen Lösungen einnehmen.“

Das innovative Biotechnologie-Startup Eisbach Bio wurde 2019 als Spin-out des Biomedizinischen Zentrums München gegründet. Mit der Startup-Initiative Genwerk des Zentrums gewannen Prof. Andreas Ladurner und Dr. Adrian Schomburg den 1. Preis beim Acceleration Day of the EIT Health BioEntrepreneur BootCamp im Juli 2018. Das Unternehmen befindet sich in Privatbesitz und wird von verschiedenen internationalen Investoren unterstützt. Eisbach Bio war Gewinner des EIT Health Headstart Award 2019, der mit einem Preisgeld von 50.000 € sowie einer Beschleunigung des Markteintritts verbunden war.