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Einstieg in MedTech – Preisträgerin des Young Talent Award teilt ihre Erfahrungen mit

Im April 2021 wurde Charlotte Pradel für ihre Bachelorarbeit über Bildverarbeitung zur Unterstützung von Tissue Engineering mit dem Young Talent Award ausgezeichnet. Jetzt ist sie mitten im Masterstudium (M.Sc.) in Health and Medical Data Analytics an der FAU. Lesen Sie weiter, um mehr über ihre Motivation und ihre einzigartige Reise zu erfahren.

 

Meine Motivation

Ich habe niemals erwartet, dass ich mich in das Programmieren verlieben würde. Wie die meisten MedTech-Studierenden, wollte ich ursprünglich Ärztin werden. Ich hatte aber nicht wirklich das Bedürfnis, Menschen zu untersuchen oder in einem Krankenhaus zu arbeiten. Aus familiären Gründen habe ich mich schon immer sehr für Prothesen und deren Weiterentwicklung in Richtung Robotik interessiert. Um beide Welten miteinander zu verbinden, habe ich mich 2016 für ein Studium der Medizintechnik an der FAU in Erlangen entschieden. Durch das vielfältige Angebot an Lehrveranstaltungen in den ersten beiden Semestern lernte ich zum ersten Mal die Bereiche Informatik, Elektrotechnik und Werkstoffkunde kennen. Nach langen Überlegungen beschloss ich, mein Studium im Bereich Informatik und Elektrotechnik weiterzuverfolgen, und ich habe es keinen Tag bereut.

 

HMDA

Um mein interdisziplinäres Studium nach dem Bachelor fortzusetzen, fand ich den von EIT Health unterstützten Master „Health and Medical Data Analytics and Entrepreneurship“ an der FAU am besten für mich geeignet. In meinen ersten beiden Semestern hat es mir am meisten Spaß gemacht, an verschiedenen Projekten der School of Engineering und der School of Economics teilzunehmen. In diesen Kursen habe ich unter anderem meine Präsentations- und Debattierfähigkeiten verbessert, was mir beim Pitch und der späteren Diskussion auf der MedtecLIVE & SUMMIT Messe geholfen hat.

 

Interdisziplinarität ist der Schlüssel

Die MedtecLIVE & SUMMIT ist die jährliche Startveranstaltung für die europäische Medizintechnikszene, von Anbietern und Entwicklern bis zu Herstellern und Forschern. Dieses Jahr hatten Studierende zum ersten Mal die Möglichkeit, ihre Bachelor- und Masterarbeiten der MedTech-Community zu präsentieren. Ich fühlte mich sehr geehrt, als ich erfahren habe, dass die Jury mich ausgewählt hat, meine Bachelorarbeit vor einem so hochrangigen Publikum zu präsentieren. Die vielfältige Auswahl an Ausstellern und Themen der präsentierten Abschlussarbeiten hat mich beeindruckt und begeistert, da diese Interdisziplinarität für mich der Hauptgrund gewesen ist, Medizintechnik zu studieren.

Dies war auch der Grund, warum ich mich entschieden habe, meine Abschlussarbeit am Lehrstuhl für Medizinische Biotechnologie an der FAU durchzuführen. Im Rahmen des Themas “3D Reconstruction of an M. gastrocnemius medialis during perfusion-decellularisation” habe ich eine optische Plattform entwickelt, um den Decellularisationsprozess eines Rattenmuskels zu dokumentieren und zu validieren sowie die Länge und das Volumen des Muskels in Echtzeit zu messen.

 

Wie geht es weiter?

Als nächsten Schritt freue ich mich darauf, Anfang September nach Grenoble (Frankreich) zu gehen. Diese Erfahrung ist Teil des Studienprogramms MSc HMDA und ermöglicht es mir, während meines Studiums eine zweite europäische Universität kennenzulernen. Dort hoffe ich, mein technisches und betriebswirtschaftliches Verständnis zu erweitern und mein MedTech-Netzwerk über die Grenzen Deutschlands hinaus auszubauen. Nach meinem Austausch freue ich mich darauf, meine Masterarbeit unter der Betreuung eines Professors an der FAU durchzuführen, der mich nach meinem Pitch auf der Messe angesprochen hat.

Ich kann nur jeden ermutigen, Chancen zu nutzen und an einem interdisziplinären und multikulturellen Studiengang teilzunehmen. Durch diese Erfahrungen, die ich als HMDA-Student mache, fühle ich mich besser auf die Berufswelt vorbereitet, wovon ich bei meinem Pitch auf der Messe einen Vorgeschmack bekommen konnte.

 

Sich verbunden fühlen, auch wenn man getrennt ist

An dieser Stelle möchte ich den Organisatoren dafür bedanken, dass sie uns eine Bühne gegeben haben, um unsere Errungenschaften mit der Gemeinschaft zu teilen, insbesondere während der Covid-19 Pandemie. Aufgrund dieser Pandemie arbeiteten wir alle so gut wie alleine und konnten uns nicht mit anderen austauschen, wie wir es normalerweise zwischen den Vorlesungen oder im Labor getan hätten. Diese Messe hat es uns ermöglicht, andere tolle Projekte von Leuten kennenzulernen, die in der gleichen Situation sind wie wir. Es war eine großartige Erfahrung, und ich freue mich darauf, an der nächsten MedtecLIVE & SUMMIT teilzunehmen – hoffentlich in Präsenz.

 

 

Der Studiengang M.Sc. in Health and Medical Data Analytics (HMDA) wird von EIT Health unterstützt und wird – jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten – gemeinsam an folgenden Universitäten angeboten: FAU (Friedrich-Alexander-Universität) Erlangen-Nürnberg, Deutschland, Université Grenoble Alpes (UGA), Frankreich, Universidad Politécnica de Madrid (UPM), Spanien, und Instituto Superior Técnico (Universidade de Lisboa), Portugal.