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#EachforEqual: Frauen aus der Gesundheitstechnik berichten, welche Bedeutung der Weltfrauentag für sie hat

Am 8. März ist Weltfrauentag, ein weltweit begangener Anerkennungstag, an dem die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen gefeiert werden. Das diesjährige Kampagnenthema des Weltfrauentags lautet #EachforEqual und hierfür haben wir drei Gesundheitsinnovatorinnen gebeten, mit uns über die Bedeutung des Weltfrauentags und ihren persönlichen Bezug zu sprechen und zu diesem Anlass ihren Weggefährtinnen einen Rat mitzugeben.

Hier die Antworten von Veronika Schweighart, Mitgründerin & COO von Climedo Health, Helene Schönewolf, Mitgründerin & CEO von RAMPmedical und Sahar Nassirpour, Mitgründerin & CEO von MR Shim:

Was bedeutet der Weltfrauentag für dich? Veronika Schweighart: „Meiner Meinung nach ist der Weltfrauentag dazu da, Stereotypen zu bekämpfen, die Frauen und Mädchen in ihrer Ausbildung, bei der Arbeit und in weiteren Lebensbereichen einschränken. In einer perfekten Zukunft würden wir diesen Tag nicht einmal mehr brauchen, da Gleichstellung etwas ganz Normales wäre und kein Thema für eine Aufklärungskampagne.“ Helene Schönewolf: „Für mich ist der Weltfrauentag eine jährliche Erinnerung daran, dass es toll ist, eine Frau zu sein, ein Grund zum Feiern eben!“ Sahar Nassirpour: „Am Weltfrauentag hat meine Mama Geburtstag! Also bin ich an diesem Tag immer doppelt dankbar, dankbar dafür, dass ich mein Leben lang von starken Persönlichkeiten begleitet worden bin, die mich und meine Karriere immer unterstützt haben.“

Was motiviert dich, Teil der Healthtech Branche zu sein und was bezeichnest du als den größten Erfolg in deiner bisherigen Karriere? Veronika Schweighart: „Für mich war die Gesundheitsbranche eine logische Wahl. Es ist ein Bereich, der eine Menge Potenzial birgt, wenn es um Digitalisierung geht – so kannst du einen unglaublichen Einfluss auf die Lebensqualität vieler Menschen erzielen. Wenn ich auf meine persönlichen Erfolge schaue, war die Gründung von Climedo zusammen mit Sascha und Dragan der wichtigste. Obwohl keiner von uns dreien einen Hintergrund im Bereich HealthCare hat, haben wir es geschafft, unsere Fähigkeiten sinnvoll zu einem großen Ganzen zu kombinieren. Dabei waren wir immer offen für Anregungen und Hilfe von Experten aus der Branche. Unsere Perspektive als “Outsider” hat auch dazu geführt, dass wir verschiedenste Fragen gestellt und immer den aktuellen Stand hinterfragt haben, um schließlich ein einzigartiges Produkt auf den Markt zu bringen.“ Helene Schönewolf: „Ich bin im HealthCare Umfeld groß geworden. Ich kenne diese Branche und glaube, hier den größten Wandel im Sinne der menschlichen Gesundheit erzielen zu können. Als größten persönlichen Meilenstein erachte ich die Reise von der Entwicklung und dem Aufbau eines Unternehmens aus dem Nichts bis zum Gewinn einer europaweiten Auszeichnung in den Bereichen Innovation, Technologie und Gesundheit – und das mit 30 Jahren.“ Sahar Nassirpour: „Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Gesundheitstechnik. Zum Beispiel war ich seit jeher begeistert von MRT Geräten! Es gibt derzeit noch so viele anspruchsvolle Herausforderungen in der Gesundheitstechnik, die  einer Lösung bedürfen. Aus diesem Grund habe ich nach meinem Studium entschieden, dass die Gründung meines eigenen Unternehmens der beste Weg ist, zur Lösungsfindung aktiv beizutragen. Unser Startup (MR Shim) verfolgt das Ziel, MRTs noch stabiler zu machen, indem eine Plug-and-play Lösung hinzugezogen wird, die die Bildaufnahmebedingungen verbessert. Diese Arbeit finde ich sehr erfüllend. Mein eigenes Unternehmen aufzuziehen und unser Produkt auf den Markt zu bringen war definitiv zugleich die größte Herausforderung und mein größter Erfolg!“

Der Weltfrauentag steht bei EIT Health in diesem Jahr unter dem Kampagnenmotto #EachforEqual. Was sollte sich in deinen Augen für Frauen in der Gesundheitstechnik ändern? Veronika Schweighart: „Ich finde es ermutigend, dass Frauen im HealthCare Sektor inzwischen mehr Führungspositionen innehaben als in irgendeiner anderen Branche – laut einer Datenerhebung von CRIFBürgel im Jahr 2018 besetzen Frauen über 36% dieser Positionen. Ähnliche Ergebnisse konnten für den US-Markt festgestellt werden. Aber es gibt trotzdem noch viel zu tun, 36 % sind weit entfernt von “gleichberechtigt”. Das gleiche gilt für die Rolle der Frau in HealthCare Startups. Daher würde ich die Entwicklung mehrerer Förderprogramme oder allgemeiner Mentoringprogramme begrüßen, die speziell darauf abzielen, Gründerinnen von HealthCare Startups zu fördern.“ Helene Schönewolf: „Diversität in Firmen führt nachweislich zu erfolgreicheren Firmen. Die, die keine Frau in ihrer Führungsetage haben, vernachlässigen einen wichtigen Faktor in der Wirtschaft. Es wäre auch von Vorteil, wenn insbesondere Geldgeber darauf achten würden.“ Sahar Nassirpour: „Solch komplexe Probleme wie die der Gesundheitswirtschaft zu lösen, erfordert das Einnehmen verschiedener Perspektiven. Das bedeutet, dass wir definitiv mehr Diversität im Bereich Gesundheitstechnik brauchen. Da ich selbst aus einem Tech-Startup komme, bin ich immer bemüht, ein gut ausbalanciertes und vielfältiges Team zu haben, das wird sich auch nicht ändern, wenn wir in der Zukunft noch wachsen. Ich würde mich auch freuen, wenn Investoren sich offener gegenüber Investitionen in vielfältige Startup-Teams zeigen würden.“

Was würdest du einer jungen Frau empfehlen, die mit dem Gedanken spielt, ihr eigenes Unternehmen zu gründen? Veronika Schweighart: „Ich würde ihr sagen: hab keine Angst davor, neue Dinge auszuprobieren und auch Fehler zu machen – es gibt keinen besseren Weg, zu lernen und daran zu wachsen. Außerdem sollte das Geschlecht nicht als hinderlicher Faktor betrachtet werden. Sei einfach du selbst und mach dir Gedanken, was du als Person zur Wirtschaft beitragen kannst, das ist so viel wichtiger als die Tatsache, dass man Mann oder Frau ist. Mein Rat – sowohl an Männer als auch Frauen – ist “Think big, start small, move fast”. “Think big”, weil du eine visionäre Denkweise brauchst, um die größten Herausforderungen im Leben anzugehen. “Start small”, weil du nicht alles auf einmal machen kannst und selbst kleine Erfolge feiern solltest. Zu guter Letzt “move fast”, weil du flexibel sein solltest und immer bereit, die Richtung auch mal zu ändern, wenn es nötig ist, und gleichzeitig daran zu lernen.  Zeit ist die wertvollste Ressource, wenn es um Innovationen geht, und das nicht nur in Startups.“ Helene Schönewolf: „Wenn du der Welt etwas Gutes tun möchtest und du den Mut dazu hast, dann tu es! Starte dein eigenes Unternehmen!“ Sahar Nassirpour: „Zu jedem, der die Idee zu einem eigenen Unternehmen hat, würde ich sagen: mach’s einfach! Für mich persönlich war es die Entscheidung, die mich im Leben am meisten gestärkt hat und ich kann es nur empfehlen!

An alle Frauen da draußen, frohen Weltfrauentag!