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Drei deutsche Projekte im Rahmen der COVID-19 „Soforthilfe“ Initiative ausgewählt

Als eine Reaktion auf die andauernde COVID-19 Pandemie hat EIT Health im März 2020 die Bewerbungsplattform für sogenannte „Soforthilfe“ Projekte ins Leben gerufen. Diese zielt darauf ab, Projekteinreichungen zu sammeln, die sich der Bekämpfung der Pandemie widmen, bereits kurzfristig eine Wirkung der jeweiligen Innovation gewährleisten, international skalierbar sind und somit unser Partnernetzwerk maßgeblich vorantreiben.

Heute meldet EIT Health die Investition von über sechs Millionen Euro Fördergeldern im Kampf gegen COVID-19. Diese Summe wird 14 sorgfältig ausgewählten Gesundheitsinnovationsprojekten in ganz Europa zugute kommen. Die ausgewählten Projekte stammen aus den Bereichen Biotechnologie, Diagnostik, Digital Health und Medtech und werden von insgesamt 36 Partnern durchgeführt. Drei deutsche Projekte wurden im Rahmen der Initiative ausgewählt, darunter zwei der Technischen Universität München (TUM) und eines der RWTH Aachen, in den Bereichen Optimierung des Bevölkerungsscreenings, Diagnose, Eindämmung der Krankheitsausbreitung und Vorbeugung eines erneuten Ausbruchs.

Hier einige weiterführende Informationen zu den Projekten:

  • FastRAI’ der TU München wird eine KI-basierte Teleradiologie-Lösung entwickeln, um die Identifikation von COVID-19 für die klinische Triage zu entwickeln. In einem ersten Schritt werden Radiologie-Experten überbelastete Krankenhäuser unterstützen, indem hoch qualitative Berichte zu den dort gemachten medizinischen Aufnahmen bereitgestellt werden. Während dieser Projektphase wird eine datenschutzkonforme digitale Biobank der geprüften Bilder erstellt. Innerhalb von sechs Monaten werden diese Aufnahmen die Entwicklung eines KI-Algorithmus ermöglichen, welcher Röntgenbilder auf CT-Bilder übertragen und somit Daten zum Verlauf von Lungenerkrankungen sammeln kann. Mithilfe dieser Daten wird das FastRAi System eine Erweiterung der Informationen sicherstellen, die Ärzte bislang im Standard-Röntgenverfahren erhalten konnten. Das System wird zudem in der Lage sein, Röntgenaufnahmen zu analysieren und für das menschliche Auge unsichtbare Merkmale zu detektieren, um so eine verbesserte Einschätzung des Verlaufs von Lungenerkrankungen zu ermöglichen. Das Projekt zielt darauf ab, innerhalb der Krankenhäuser den Zeit- und Ressourcenaufwand zu reduzieren, den die Triage anlässlich COVID-19 mit sich bringt. Externe Partner sind Deepc und M3i Industry-in-Clinic Platform.
  • CoViproteHCt’, ebenfalls geleitet von der TU München in Kooperation mit der Fundación privada Instituto de Salud Global Barcelona (ISGLOBAL) und der Universität Barcelona wird Testverfahren entwickeln und validieren, um protektive Immunreaktionen zu charakterisieren,  die dabei helfen können, Menschen mit einer COVID-19 Immunität zu identifizieren. Ursprünglich entwickelt für Risikogruppen wie Beschäftigte im Gesundheitswesen, die im direkten Kontakt zu COVID-19 Patienten stehen, können die Tests nun auch binnen weniger Wochen von Unternehmen und akademischen Einrichtungen auf der ganzen Welt eingeführt werden. Dieser Ansatz wird die selektive Entbindung einzelner Personen von den Restriktionen der Quarantäne ermöglichen, was zu einer Wiederaufnahme der Beschäftigung und somit zu einer Stabilisierung sowohl des Gesundheitssystems als auch der Wirtschaft führt. Darüber hinaus können die Tests für künftige Impfstoff-Studien verwendet werden, um die Effektivität der Versuchsstoffe zu bestimmen. Externer Partner ist Mikrogen.
  • ViruShield’ unter Leitung des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen will sich der Knappheit von Masken für medizinisches Personal widmen, indem es ein alternatives Hochleistungsgewebe entwickelt. Das Material ist kostengünstig, leicht erhältlich, waschbar und wiederverwendbar und dafür geeignet, Masken herzustellen, die den EU-Schutznormen entsprechen. Es handelt sich um ein neuartiges Gewebe, das auf weitreichend verfügbaren Rohmaterialien wie beispielsweise Baumwolle basiert und in bestehenden Herstellungsstätten wie Textil- und Bekleidungsfabriken produziert werden kann. Ziel des Projekts ist es, medizinisches Personal in den Ländern Europas, die aktuell mit Engpässen und enormer Ressourcenknappheit zu kämpfen haben, mit einer persönlichen Schutzausrüstung auszustatten. Externe Partner sind die FU Berlin sowie die Scientific Products GmbH.