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Als Education-Manager bei EIT Health: Benötigen Studiengänge von Hochschulen Unterstützung bei der Start-up-Gründung?

Sicherlich ist Ihnen bewusst, dass Hochschulen in der modernen Gesellschaft eine Schlüsselrolle spielen, da sie als Keimzelle dienen, in der nicht nur Wissen produziert und weitergegeben wird, sondern in der die neue Generation auch das nötige Rüstzeug für weitere technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Grundlagenforschung und der Gesundheitswissenschaften, erwerben kann. Aber wussten Sie auch, welche einflussreiche Rolle die Hochschulen bei der Entwicklung von Start-ups spielen?

Als Education Manager von EIT Health Germany ist es meine Aufgabe, die Umsetzung von Hochschulprogrammen zur Förderung von Unternehmensgründungen voranzutreiben und die Hochschulen bei der erfolgreichen Integration dieser Programme zu unterstützen. „Lassen wir die Dinge so, wie sie sind“ ist eine bequeme und gefährliche Prämisse und definitiv ein giftiger Gedanke. Vor allem wenn man bereit ist, neue Erfindungen, Produkte oder Dienstleistungen für die Gemeinschaft zu schaffen, etwas, dessen sich auch die Hochschulen bewusst werden. Die Lieferung konkreter Lösungen kann nur mit dem richtigen Engagement der Hochschulen, unterstützt durch die lokale Regierung und kleine und mittlere Unternehmen (KMU), erreicht werden.

 

Was ist also die Hauptrolle der Hochschulen bei der Entwicklung von Start-ups?

Die kontinuierliche Beteiligung von Hochschulen an unternehmerischen Ökosystemen führt z. B. zur schnellen Gründung neuer Unternehmen, mildert damit die Arbeitslosigkeit und hält letztlich die europäische Wirtschaft in Schwung. Innovationsschnelligkeit im Gesundheitsbereich ist verbindlich und ein Schlüsselfaktor für die Aufrechterhaltung von Gesundheitsstandards. Daher lässt sich die fundamentale Natur der Innovation und die universelle Bedeutung, die sie hat, leicht verstehen.

Innovation entsteht als Mischung aus Inspiration und Beobachtung. Wir schaffen, weil es uns wichtig ist. Der Moment, in dem wir aufhören, uns zu kümmern, ist der Moment, in dem Unternehmertum und Innovation aufhören. EIT Health bemüht sich, die Gründung von Start-ups als eine Priorität und eine wesentliche Aktivität für Studiengänge zu setzen – eine Vision, die die internationale akademische Gemeinschaft bereits teilt.

Offensichtlich gibt es bereits Innovationsökosysteme im akademischen Umfeld. Um sie jedoch weiter zu verbessern, wollen wir eine Integration der Lern- und Wirtschaftsumgebungen erreichen und so die notwendigen Beziehungen aufbauen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Eines unserer Hauptziele ist es, die Bildungsstabilität für das Gesundheitssystem zu stärken und konkrete Lösungen für die anstehenden gesundheitlichen Herausforderungen innerhalb der europäischen Grenzen zu gewährleisten.

 

Studentische Start-ups sind ein bedeutender Teil des gesamten universitären Unternehmertums.

Der Hochschulkontext spielt in der Tat eine Rolle bei der Gründung von Unternehmen, aber einen noch stärkeren Einfluss haben regionale Merkmale. Ich möchte den positiven Einfluss der Hochschule bei der Gründung von Start-ups auf die Studierenden auf ihrem Weg zur unternehmerischen Tätigkeit betonen. Natürlich sind individuelle Merkmale immer noch der Haupttreiber für das unternehmerische Verhalten der Studierenden. Die Rolle der Hochschulen außerhalb wirtschaftlich wachsender europäischer (Kern-)Regionen ist sogar noch größer, wenn es darum geht, die notwendigen Fähigkeiten zu entwickeln, um Spin-offs erfolgreich zu fördern. Darüber hinaus übt die Präsenz von unternehmerisch denkenden Studierenden als positive Vorbilder in diesen Nicht-Kernregionen eine noch stärkere Wirkung aus (wie von Bergmann et al. (2016) veröffentlicht).

Deshalb ermutigen die Education-Manager von EIT Health die Hochschulprogramme zur Unterstützung des Unternehmertums und zur weiteren Steigerung seiner Effektivität durch gegenseitige Abstimmung mit regionalen öffentlichen Strategien. EIT Health hat eine europaweite Politik zur Förderung des Unternehmertums entwickelt, und wir koordinieren nun die erforderlichen Strategien für beide Parteien — EU und Hochschulen — um erfolgreiche Anstrengungen anzutreiben. Ein schönes Beispiel ist die kürzlich ins Leben gerufene HEI-Initiative. Die im Rahmen des EIT Regional Innovation Scheme (RIS) angesiedelten Hochschulen sind ein wichtiger Teil des lokalen unternehmerischen Ökosystems. Dieses Programm ist ein zusätzliches Angebot an die beteiligten Länder, um ihr Engagement in der EIT-Gemeinschaft zu erleichtern und das regionale Umfeld als entscheidenden Motor für die unternehmerischen Aktivitäten ihrer Studierenden hervorzuheben.

 

Unsere nächste Herausforderung ist die Erfüllung des Leistungsindexes in der Anzahl der gegründeten Start-ups, die mit einem Studiengang verbunden sind.

Damit studentisches Unternehmertum florieren kann, müssen Ökosysteme sorgfältig geplant werden, indem die richtigen Akteure zusammengebracht werden. Meine Empfehlung für Hochschulen, um effektiver zu werden: Netzwerke mit Interessenvertretern müssen umfangreich entwickelt werden. Wir von EIT Health sind sehr interessiert daran, Hochschulen dabei zu helfen, sich mit Akteuren innerhalb unseres Ökosystems zu verbinden und zusätzliche finanzielle Unterstützung zu ermöglichen.  So fördern wir europaweite Master- und Doktorandenprogramme, die Studenten unternehmerische Fähigkeiten vermitteln, mit einem besonderen Fokus auf Innovation und Unternehmertum, unter anderem in den Bereichen gesundes Leben, aktives Altern, technologische Innovation und medizinische Datenanalyse.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neue Studiengänge damit beginnen müssen, die Gründung von Start-ups zu fördern und ihre Studenten zu diesem sehr notwendigen akademischen Merkmal in ihrem Curriculum zu motivieren. Jeder Student wird ermutigt, vom ersten Semester an in die Entwicklung eines Start-ups eingebunden zu sein. Der Innovationsprozess ist unendlich, und unser Beitrag zu diesem Zyklus ist in jedem Schritt präsent. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, weiter zu schaffen, weiter zu kümmern, und nie aufhören, zu innovieren.