Pilloxa ist ein Unternehmen für Digital Health mit Sitz in Schweden. Es konzentriert sich darauf, die Patientenadhärenz mithilfe einer erstklassigen Plattform zu verbessern, die eine Erfassung der Adhärenz in Echtzeit und zudem eine Reihe von Dienstleistungen für eine effiziente Durchführung klinischer Studien ermöglicht. In der ersten Runde des Startups Meet Pharma Programms war Pilloxa Teil der Challenge von Bayer, die auf telemedizinisch basierte Patientenunterstützungsprogramme ausgerichtet war. Wir haben mit Francesco Mazzotta, Mitgründer und CEO von Pilloxa, über seine Eindrücke und Erfahrungen gesprochen.

  1. Als kleine Einführung – könntest du kurz erklären, welche Vorteile euer Produkt den Kunden bringt?

Pilloxa hat sich darauf spezialisiert, die Bedürfnisse von Patienten zu verstehen, die ein Vielfaches an Medikamenten zu sich nehmen. Die Forschung rät dazu, dass Patienten bei Lösungen bleiben, die ihnen dabei helfen, Routinen für ihren Alltag zu entwickeln und ihre Medikationen zu planen. Zwei Dinge nutzen Patienten ständig in ihrem Alltag: ein Smartphone und eine einfache Tablettenbox aus Plastik. Pilloxa nimmt genau diese beiden Dinge und macht sie smarter und anpassungsfähig. Patienten bleiben bei uns, weil wir sie dabei zu unterstützen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: ihr Leben, nicht ihre Krankheit. State-of-the-art Technologie macht es möglich, dass die richtige Information den richtigen Patienten zur rechten Zeit erreicht. Beispielsweise sendet die App dem Patienten dank Echtzeit-Sensoren in der Tablettenbox lediglich dann eine Erinnerung, wenn eine Dosis vergessen wurde. Das System ist ganz individuell auf den jeweiligen Patienten, seine therapeutischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen abgestimmt.

  1. Pilloxas patientenorientierte Adhärenz-Plattform ist ein Vorzeigebeispiel eines Patientenunterstützungsprogramms und hat als solches während der ersten Runde Startups Meet Pharma mit Bayer zusammengearbeitet. Als früherer Teilnehmer, was ist dein Eindruck des Programms?  

Das Programm war eine tolle Gelegenheit für uns, direkten Kontakt zu Entscheidungsträgern bei Top-Pharmaunternehmen zu bekommen. Während des Programms haben wir interessante Einblicke in Schwerpunktbereiche und neueste Entwicklungen in der Branche erhalten. Außerdem konnten wir dank der Experten und Mentoren bedeutende Follow-up Treffen arrangieren.

  1. Was war in deinen Augen das Wertvollste, das ihr aus dem Programm mitnehmen konntet?

Am wertvollsten war für mich dieser Gemeinschaftssinn, wenn es darum ging, Innovationen für die Gesundheitsversorgung zu schaffen. Es ist eine große und wichtige Herausforderung für die gesamte Gesellschaft und erfordert daher umso mehr die vereinten Kräfte aller Beteiligten, um am Ende eine Wirkung zu erzielen. Es war inspirierend und spannend, so viele talentierte und motivierte Menschen aus sehr verschiedenen Kontexten zu treffen und mit ihnen in den Austausch zu treten.

  1. Trotz der gleichen Interessen und sich ergänzenden Kompetenzen sind Kollaborationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen  ja nicht sehr häufig. Pilloxa hingegen kann bereits auf eine interessante Partnerschaft mit Bayer zurückblicken. Da du jetzt aus Erfahrung sprechen kannst, welche Tipps hast du für Startups, die Schwierigkeiten haben, Kontakte zu den Unternehmen zu knüpfen?

Ich glaube, dass Startups ein klares Problem und eine Marktlücke ansprechen müssen. Das bedeutet, sich darauf zu konzentrieren, die Bedarfe und Prozesse der Unternehmen wirklich zu verstehen. Besonders Healthtech-Startups müssen hier den Spagat zwischen der Schaffung zukunftsträchtiger Geschäftsmodelle und der Einfügung in bestehende Wertschöpfungsketten schaffen. Die richtige Balance zwischen langfristigen Partnerschaften und kurzfristiger Gewinngenerierung zu finden, ist genauso wichtig wie schwer. Für die richtige Strategie gibt es kein Geheimrezept, der wichtigste Faktor ist es jedoch, Leute einzustellen, die in der Lage dazu sind, Dinge herauszufinden: sich in Aufgaben einzuarbeiten, dabei zu lernen und entsprechend Maßnahmen zu ergreifen.

  1. Kommen wir zurück auf eure Zusammenarbeit mit Bayer, konntet ihr eure Kooperation nach Startups Meet Pharma verlängern?

Pilloxa und Bayer arbeiten mittlerweile noch enger zusammen, um unsere Technologien in klinischen Studien zu implementieren, für die Thematik zu sensibilisieren und die Gesundheitsgemeinschaft  dabei zu unterstützen, die wichtigen Bereiche Compliance und Adhärenz voranzutreiben. Wir arbeiten im Rahmen einer Reihe von Projekten zusammen und werden in Kürze gemeinsam mit Bayer Scandinavia eine Initiative im Bereich der Kardiologie starten. Die Kontakte, die wir während Startups meet Pharma angestoßen haben, waren extrem nützlich dabei, unser Produkt weiterzuentwickeln und eine größere Reichweite innerhalb der Organisation zu erreichen.

  1. Was steht in naher Zukunft für Pilloxa an? 

Wir haben vor Kurzem eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die uns die Möglichkeit eröffnet, innerhalb Europas zu wachsen. Unsere Plattform wird bald in multinationalen klinischen Studien verwendet werden. Auf lange Sicht gesehen werden wir daran arbeiten, einen neuen Geschäftszweig im Bereich Adhärenz zu entwickeln. Wir möchten beim Gebrauch digitaler Kopfstellen innerhalb der Gesundheitsversorgung führend sein und das volle Potenzial der Datennutzung ausschöpfen. Pilloxa verfolgt das Ziel, Patienten noch schneller die beste Behandlung zukommen zu lassen und die Gesundheitsversorgung noch nachhaltiger zu gestalten.