News

Was es bedeutet, Teil des SensUs-Wettbewerbs zu sein

Der SensUs Wettbewerb ist ein internationaler Studentenwettbewerb zum Thema Biosensoren für die Gesundheit. Wir haben mit ehemaligen Teammitgliedern gesprochen, die uns mehr über ihre SensUs-Erfahrungen erzählt haben.

SensUs ist der jährliche Studentenwettbewerb zu molekularen Biosensoren für Anwendungen im Gesundheitswesen. Das Thema von SensUs 2020 lautet „Managing epileptic disease, by measuring with ease“ (Epileptische Erkrankung durch einfaches Messen in den Griff bekommen). In diesem Jahr hatten die Teams die Aufgabe, innovative Biosensorsysteme für die Messung von Valproat zu entwickeln, einem Medikament, das zur Behandlung von Epilepsie, bipolarer Störung und spinaler Muskelatrophie eingesetzt wird.

Seit November 2019 entwerfen, bauen und testen Studententeams Biosensorsysteme und am 28. August 2020 werden die Teams ihre Biosensoren, im Rahmen des SensUs Online-Events, der Welt präsentieren.

Wenn Ihr mehr über den Wettbewerb erfahren wollt, dann meldet Euch am 28. August 2020 auf der SensUs Online-Plattform an. Dort könnt Ihr den Livestream und die Live-Ergebnisse verfolgen, die Teamseiten durchstöbern und für Euer Lieblingsteam abstimmen.

In der Zwischenzeit haben wir ehemalige SensUs-Teilnehmer vom RWTH-Team AixSense angesprochen, um aus erster Hand zu erfahren, was es bedeutet, Teil dieses Wettbewerbs zu sein.

  • Zur Gründung des AixSense-Teams (Seyedparham Moharejani, Teammitglied 2018)

„Aixsense wurde im März 2018 als erstes Team der RWTH gegründet, das am SensUs-Wettbewerb teilnahm. Ich habe mich sehr gefreut, Teil des Sensus-Eröffnungsteams zu sein, das die RWTH bei einem internationalen Wettbewerb vertritt. Ich freute mich darauf, meine Fähigkeiten einzusetzen und ein Problem aus der realen Welt zu lösen, mit der Idee, zu simulieren, wie es wäre, in einem relevanten Unternehmen zu arbeiten. Das Team war ein multidisziplinäres Team und damit verbunden waren interessante Herausforderungen und eine angenehme Zeit. Wir mussten uns einen Teamnamen, Teilaufgaben, Zeitplan usw. ausdenken. Ich erfuhr aus erster Hand, wie Personen mit unterschiedlichem Hintergrund kommunizieren und zusammenkommen können, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Offene Kommunikation war für uns der Schlüssel, da wir nicht mit allen Dynamiken und Wendungen eines großen, neu gebildeten Teams vertraut waren. Für mich war dies das erste Mal, dass ich Teil von etwas so Großem war. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass wir trotz der Aufteilung der Aufgaben untereinander nicht davor zurückschreckten, anderen zu helfen oder andere, erfahrenere Teammitglieder um Hilfe zu bitten. Viele lange Nächte im Labor und das Experimentieren wurden durch die positive Einstellung und das Mindset des Teams erleichtert. Während des Wettbewerbs erlebte ich Dinge, die für mich neu waren, und ich war begeistert, dabei zu sein. Wir erlebten in dieser Zeit Höhen und Tiefen, wie jedes Team, aber wir wussten, dass wir durchhalten müssen, um unser Ziel zu erreichen. Ich glaube, dieser Wettbewerb hat uns geholfen, sowohl als Individuen als auch als Ingenieure zu wachsen. Darüber hinaus glaube ich, dass dieser Wettbewerb über seinen eigentlichen Zweck hinausgegangen ist. Wir sind auch nach dem Wettbewerb jahrelang Freunde geblieben, stehen in regelmäßigem Kontakt und führen immer noch gemeinsam Experimente und Forschungen durch. Ich glaube, die bleibenden Auswirkungen und Erfahrungen dieses Wettbewerbs werden mich noch sehr lange begleiten, und ich möchte gerne glauben, dass wir einen kleinen Beitrag zur Entwicklung elektronischer Sensoren geleistet haben.“

  • Zur Woche des Wettbewerbs (Arka Dipta Das, Teammitglied 2019)

Als ich mich für den Wettbewerb anmeldete, war ich mir nicht sicher, worauf ich mich einlassen würde. Die ganze Erfahrung war wie ein Rausch und weckte das Interesse auf mehr. Ich erzähle hier einige der Erinnerungen, die in meinem Gedächtnis verankert sind. Eindhoven ist eine malerische Stadt nicht allzu weit von Aachen entfernt. Von den zahlreichen bemerkenswerten Orten dort waren Markt und Stratumseind meine Favoriten. Die TU Eindhoven, das Epizentrum des Studentenwettbewerbs der SenUs, liegt auf einem ausgedehnten Campus. Mit ihrer futuristischen Architektur hat sie mir als Inkubator für Spitzeninnovationen sehr imponiert. Der Campingplatz innerhalb der Universität, auf dem wir und alle anderen Teilnehmer untergebracht waren, war ein wunderschöner Pavillon mit Blockhütten rundherum. Ganz in der Nähe des Campingplatzes befand sich das Technologie-Inkubationszentrum, in dem alle Teams ihre Ausrüstung aufbauten und vor der Hauptveranstaltung die letzten Handgriffe an ihren Biosensoren vornahmen. Die offizielle Veranstaltung begann mit einem aufschlussreichen Vortrag, an dem mehrere führende Vertreter der biomedizinischen Industrie teilnahmen. Später am Abend genossen wir eine ziemlich angenehme Zeit beim Netzwerken, wo wir mit den Experten interagieren und uns mit ihnen und anderen Teams austauschen konnten. Ich war begeistert. Die Atmosphäre, die durch die brillanten Ideen geschaffen wurde, die in diesem geschäftigen Raum umhergeflogen sind, war etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte. Ganz einfach gesagt, Innovation lag in der Luft.

Der nächste Tag war wieder eine aufregende Erfahrung. Wir besuchten eines der modernsten Technologiezentren Europas, den renommierten High-Tech-Campus in Eindhoven. Hier fanden die verschiedenen Workshops für SensUs statt. Nach einem adrenalingeladenen, Impulsvortrag über die Gründungskultur und das Ökosystem dort verbrachten wir den Abend mit der Teilnahme an mehreren Workshops prominenter Organisationen wie TTP, ACS Sensors, Micronit usw.

Der Tag des Hauptwettbewerbs, oder D-Day, wie ich ihn gerne nenne, wirkte auf mich wie ein ausgewachsener Technologiekongress. Mit der Live-Berichterstattung über die Teams, die sich mit ihren Biosensoren um möglichst viele genaue Messungen bemühten, erreichte die Intensität der Veranstaltung ihren Höhepunkt. Die Besucher strömten herein und beobachteten, inspizierten und diskutierten alle dort gezeigten Technologien. In der Zwischenzeit waren auch die Technologie- und Business-Pitches der einzelnen Teams im Gange. Der Tag ging schließlich feierlich zu Ende, als unser Team, AixSense von der RWTH Aachen, den „Public Inspiration Award“, einen der vier Preise des Wettbewerbs, gewann.

Als begeisterte Ingenieure und Wissenschaftler brauchen wir manchmal nur ein hübsches „Exposé“ der Spitzenarbeit, die auf diesem Gebiet geleistet wird, um uns in eine Mainstream-Industrie zu verlieben. Wer weiß, vielleicht schmieden einige von uns bereits Pläne zur Gründung eines Technologie-Startups in der nahen Zukunft.

  • Zum Gewinn des Public Inspiration Award 2019 (Apurva Roy, Teammitglied 2019)

Der Public Inspiration Award wird an das Team vergeben, das die maximale Anzahl öffentlicher Stimmen für sein Sensordesign erhält. Den Preis vor einem riesigen Publikum in Eindhoven und vielen anderen zu gewinnen, die sich an dem Live-Stream aus der ganzen Welt beteiligten, war in der Tat ein großartiges Gefühl. Wir hatten ein Jahr lang bis zur letzten Woche hart gearbeitet und in den letzten Monaten fast 15-20 Stunden pro Tag investiert, um den Sensor für den Wettbewerb vorzubereiten. Unser Trainer und unser Betreuer hatten ebenso hart mit uns gearbeitet und uns unterstützt, wo immer wir sie brauchten, und dieser Sieg wäre ohne ihre Motivation nicht möglich gewesen. Am Ende des Wettbewerbs sagte unser Trainer zu mir „Apurva, ihr habt es geschafft!“, und Erleichterung und die Freude in diesem Moment lässt sich nicht in Worte fassen. Das machte den Sieg nur noch besonderer.

Ich glaube, der Grund dafür, dass wir diesen Preis gewonnen haben, war unsere Fähigkeit, ein Maximum an Menschen zu erreichen und sie mit der Idee der Biosensoren vertraut zu machen, ihnen zu erklären, was die Notwendigkeit der Entwicklung eines bestimmten Biosensors ist und inwiefern unser Biosensordesign besser war als das der anderen Teilnehmer des Wettbewerbs. Der Gewinn des Preises war definitiv das, worauf wir uns gefreut haben, aber die Tatsache, dass sich so viele Menschen über Biosensoren und ihren Nutzen Gedanken gemacht haben, war ein zusätzlicher positiver Effekt unserer Arbeit.

  • Zu den Zukunftsaussichten (Apurva Roy, Teammitglied 2019)

Was ich hauptsächlich innerhalb des Wettbewerbs gelernt und mitgenommen habe, sind Teamarbeit, Engagement, richtige Planung und Verteilung der Aufgaben, Einhaltung von Fristen und vor allem das Kennenlernen von Biosensoren und der Bau eines Biosensors von Grund auf innerhalb weniger Monate. Wie auch von der Organisation SensUs zum Ausdruck gebracht wurde, sind wir ständig motiviert, ein Technologie-Startup zu gründen und unsere Idee des Biosensors voranzutreiben. Sie bieten uns die Möglichkeit, uns mit potentiellen Interessenvertretern zu vernetzen, uns von medizinischen Experten betreuen zu lassen und dann einen Geschäftsvorschlag auszuarbeiten, mit dem wir Investitionen für unsere Idee erhalten können. Als SensUs-Alumni möchte ich Studenten verschiedener technischer Universitäten, die noch nicht an SensUs teilnehmen, ermutigen, sich zu registrieren und an dem Wettbewerb teilzunehmen. Ob ihr also gewinnt oder nicht, die Hard- und Soft-Skills, die ihr aus dieser jahrelangen Erfahrung gewinnen werdet, werden sich in Zukunft enorm für euch auszahlen!