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Siemens Healthineers und IBM kooperieren, um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems voranzutreiben

EIT Health Core Partner Siemens Healthineers und IBM stellen die „teamplay digital health platform connect“ vor, die die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems vorantreiben und die Infrastruktur für die Bereitstellung digitaler Dienste ausbauen wird.

Die neue, offene digitale Plattform „teamplay digital health platform connect“ ist das Ergebnis der umfangreichen Erfahrung und des Fachwissens zwischen Siemens Healthineers und IBM und wurde am 8. Dezember 2020 im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt. Die Technologie wird bereits erfolgreich von Siemens Healthineers in der Schweiz (EPD-elektronisches Patientendossier) und in Österreich (ELGA-elektronische Gesundheitsakte) eingesetzt. Das Unternehmen bringt die gewonnenen Erfahrungen nun nach Deutschland.

Ab 2021 soll jeder gesetzlich Versicherte über eine digitale Patientenakte verfügen können, die wichtige Dokumente wie Arztbriefe, Medikationspläne, Notfalldaten und den Impfausweis enthält. Bisher gab es jedoch keine Plattform dieser Art, die auf internationalen Standards basiert und die verschiedenen Akteure des Gesundheitssystems vernetzt. „Die Plattform ermöglicht die digitale Transformation des Gesundheitswesens und ist die Basis für die Vernetzung der Akteure“, sagte Dr. Christian Kaiser, Leiter Digital Services Central Western Europe, Siemens Healthineers. „Beispielsweise können bestehende und zukünftige digitale Patientenakten insbesondere dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn die Patienteninformationen vollständig und aktuell für alle relevanten und entsprechend Berechtigten verfügbar sind.

Datensicherheit und Datenschutz haben oberste Priorität

Teamplay digital health platform connect“ beruht auf internationalen Standards wie IHE (Integrating the Healthcare Enterprise), um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen. „teamplay digital health platform connect spiegelt die Strategie der IBM wider, mit unseren Technologien sichere Branchenplattformen zu ermöglichen. […] Sicherheit und die Privatsphäre der Patienten sind dabei unser oberstes Ziel. Mit unseren weltweit mehrfach zertifizierten Services (ISO 27001) im Rechenzentrum Frankfurt sorgen wir dafür, daß nur berechtigte Personen Zugriff auf diese Informationen erhalten,“ bemerkt Christian Noll, General Manager, IBM Global Business Services (GBS), DACH.

Siemens Healthineers und IBM teilen den Betrieb der teamplay digital health platform connect unter Verwendung anerkannter Sicherheitsstandards auf zwei in Deutschland befindliche Rechenzentren auf. Durch die Aufteilung auf zwei Zentren sind selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Hackerangriffs nur ein Teil der Daten kompromittiert, sodass erbeutete Daten ohne das jeweils passende „Gegenstück“ für den Angreifer wertlos sind.

Siemens Healthineers betreibt das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex. Zum einen verwaltet das Patientenregister Identitäten wie Namen oder Kontaktdaten von Patienten. Grundlage für eine solche Anmeldung ist immer das Einverständnis der betroffenen Person. Die Hauptaufgabe des Patientenregisters besteht darin, die unterschiedlichen Daten einer Person teilnehmerübergreifend korrekt zu einer Identität zusammenzuführen. Dem gegenüber verwaltet der Dokumentenindex administrative Angaben zu den Dokumenten, welche die Teilnehmer der Plattform bekannt geben. Auch hier ist die Bereitstellung von neuen Dokumenten nur auf Basis einer gültige Einwilligungserklärung möglich. Hierbei werden die Dokumente bzw. Daten selbst nicht zentral, sondern bei dem jeweils bereitstellenden Teilnehmer, zum Beispiel dem Krankenhaus, gespeichert. Es wird also keine weitere digitale Aktenlösung etabliert.

Die Lösung ist auch für Angebote von Drittanbietern ausgelegt. Diese können in der Zukunft neue, innovative Apps und digitale Lösungen auf die Plattform bringen und auf dem Gesundheitsmarkt anbieten.

Digitalisierung steht bei uns an der Charité weit oben auf der Agenda,“ sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Dabei spielt der Datenaustausch regional oder – zum Beispiel im Rahmen der Forschung – auch überregional eine ganz zentrale Rolle. Dazu nutzen oder testen wir verschiedene Plattformtechnologien, auch die digitale Plattform von Siemens Healthineers. Damit die digitale Transformation im Gesundheitswesen gelingen kann, bedarf es solcher Angebote, insbesondere wenn sie in den Kontext der Digitalisierungsbestrebungen der Bundesregierung passen.