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SEROCOV-Studie: Antikörper gegen SARS-CoV-2 bleiben stabil oder steigen in den ersten sieben Monaten

In einer neuen Studie unter der Leitung von ISGlobal wurde der Gehalt an SARS-CoV-2-Antikörpern bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen ermittelt und die Auswirkungen von Antikörpern gegen das humane Erkältungscoronavirus untersucht

Zu ermitteln, ob jemand, der COVID-19 hatte, eine Immunität gegen das SARS-CoV-2-Virus entwickelt hat, war eines der Ziele des Innovation Rapid Response-Projektes CoviproteHCt. Der Auftrag des Forschungsprojekts lautete: „Identifizierung einer schützenden Immunität gegen SARS-CoV-2 beim Gesundheitspersonal“. Die Identifizierung von Personen mit Immunität würde es Gesundheitsdienstleistern ermöglichen, geschütztes Gesundheitspersonal für die Arbeit in Umgebungen einzusetzen, in denen das Risiko einer Exposition gegenüber dem Virus erhöht ist, wie z. B. in Intensivstationen mit COVID-19-Patienten.

Eine Folgestudie, SEROCOV, die im August 2021 in nature communications veröffentlicht wurde, legt nahe, dass die Konzentrationen von IgG-Antikörpern gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein sieben Monate nach der Infektion stabil bleiben oder sogar ansteigen. Darüber hinaus können bereits vorhandene Antikörper gegen Erkältungs-Coronaviren der Studie zufolge schützend gegen COVID-19 wirken.

 

Untersuchung der Immunität bei Beschäftigten im Gesundheitswesen 

Ziel des Teams war es, die Dynamik und Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 besser zu verstehen und die Auswirkungen bereits vorhandener Antikörper gegen die Coronaviren, die Erkältungen verursachen, zu bestimmen. Die Wissenschaftler verfolgten eine Kohorte von Mitarbeitern des Gesundheitswesens in der Krankenhausklinik sieben Monate lang nach Beginn der Pandemie und beobachteten die Menge der Antikörper gegen verschiedene SARS-CoV-2-Antigene im Laufe der Zeit. ISGlobal-Forscherin Carlota Dobaño, Leiterin der Studie, sagt: „Dies ist die erste Studie, die Antikörper gegen eine so große Gruppe von SARS-CoV-2-Antikörpern über sieben Monate hinweg untersucht.ist dies die erste Studie, in der Antikörper gegen eine so große Gruppe von SARS-CoV-2-Antikörpern über einen Zeitraum von sieben Monaten untersucht werden.“

Zu vier verschiedenen Zeitpunkten zwischen März und Oktober 2020 nahmen die Forscher Blutproben von 578 freiwilligen Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Gemessen wurde die Menge und Art der IgA-, IgM- oder IgG-Antikörper gegen 6 verschiedene SARS-CoV-2-Antigene. Darüber hinaus untersuchte das Team auch das Vorhandensein von Antikörpern gegen die vier Coronaviren, die beim Menschen Erkältungen verursachen, sowie die neutralisierende Aktivität der Antikörper.

Die Analyse ergab ein Niveau von IgG-Antikörpern, das über den Zeitraum von sieben Monaten stabil blieb, mit Ausnahme von IgM- und IgG-Antikörpern gegen das Nukleokapsid (N). Diese Erkenntnisse bestätigen die Ergebnisse anderer aktueller Studien. „Überraschenderweise konnten wir bei 75 % der Teilnehmer ab dem fünften Monat sogar einen Anstieg der IgG-Antispike-Antikörper feststellen, ohne dass es Hinweise auf eine erneute Exposition gegenüber dem Virus gab“, sagt Gemma Moncunill, leitende Mitautorin der Studie.

 

Unterschiedliche HCoV-Spiegel könnten die unterschiedliche Anfälligkeit erklären

Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass Antikörper gegen das humane Erkältungscoronavirus (HCoV) eine positive Wechselwirkung mit einer COVID-19-Infektion oder -Erkrankung haben könnten. Dies wird durch die Beobachtung unterstützt, dass Personen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, einen geringeren Gehalt an HCoV-Antikörpern aufwiesen. Der Schweregrad der Symptome schien auch mit dem Gehalt an Anti-HCoV-IgG und -IgA zusammenzuhängen, wobei asymptomatische Personen höhere Werte aufwiesen als Personen mit symptomatischen Infektionen. „Obwohl der Kreuzschutz durch eine bereits bestehende Immunität gegen Erkältungs-Coronaviren noch nicht bestätigt ist, könnte dies dazu beitragen, die großen Unterschiede in der Krankheitsanfälligkeit innerhalb der Bevölkerung zu erklären“, sagt Dobaño.

Die SEROCOV-Studie wurde vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal), einer von der Stiftung „la Caixa“ unterstützten Einrichtung, in Zusammenarbeit mit dem Hospital Clinic of Barcelona koordiniert. CoviproteHCt wurde durchgeführt von

Technische Universität München (TUM)
Fundación privada Instituto de Salud Global Barcelona (ISGLOBAL)
University of Barcelona
Mikrogen (External Partner)

Lesen Sie hier die Original-Pressemitteilung von ISGlobal.