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Sechs Wochen mit START-UP SCHOOL by heINNOVATION: Ein Insider-Blick

Zwischen dem 5. Oktober und dem 12. November 2020 sammelten 36 junge Innovatoren praktische Erfahrungen bei der Lösung realer Herausforderungen aus dem Healthcare Bereich.

Möchtest Du das Labor verlassen und echte Herausforderungen im Gesundheitswesen lösen? 36 junge Innovatoren beantworteten diese Frage mit „Ja“ und schlossen sich im Oktober 2020 der Start-Up School zum Thema „Gesundheitsversorgung in einer digitalen Welt“ an. EIT Health Germany organisierte gemeinsam mit Sanofi und heiInnovation, der Transferagentur der Universität Heidelberg, eine sechswöchige Schule, um die aufstrebenden Unternehmer mit wertvollen Ratschlägen und Mentoring zu versorgen. Die Idee war, junge Wissenschaftler, Doktoranden und Postdoktoranden mit unternehmerischen Fähigkeiten auszurüsten, indem innovative und konkrete Lösungen für einige der wichtigsten Herausforderungen im digitalen Gesundheitswesen von heute entwickelt wurden.

Stakeholder des Gesundheitswesens, Pfizer und Pfizer Healthcare Hub, Midaia, LogMyBody und Barmer, beteiligten sich ebenfalls und stellten die Herausforderungen im Gesundheitswesen bereit. Die Agenda des Programms bestand hauptsächlich aus Online-Workshops und -Vorträgen, einer Selbstlernsitzung und einem Hackathon-Wochenende. Die sechswöchige Innovationsreise wurde durch inspirierende Speaker, professionelle Coaches und Vollzeit-Coaches ergänzt.

Die 36 jungen Innovatoren, die in interdisziplinären Teams arbeiteten, nahmen die Herausforderungen an und wurden von neun Trainern durch den gesamten Innovationskreislauf, von der Idee bis zum tragfähigen Geschäftsprodukt, geführt. Die erste Woche, die sich der Herausforderung von Aufgaben, Teambuilding und Networking widmete, begann mit der Keynote „Die Zukunft des Gesundheitswesens in einer digitalen Welt“ von Dr. Henrik Matthies, Geschäftsführer des health innovation hubs in Berlin. In der zweiten Woche wurden die Teilnehmer in die Methoden des Design Thinking eingeführt und lernten, wie man sie anwendet, um die Bedürfnisse der Nutzer zu verstehen. Die dritte Woche war der Suche nach Lösungen, der Erstellung der ersten Prototypen und der Suche nach potenziellen Nutzern gewidmet. In Woche 4 ging es um technische Machbarkeit und die Entdeckung neuer Technologien. Die Vorträge von Jun.-Prof. Dr. Sandy Engelhardt, Universität Heidelberg, und „AI in Medicine“ von Math Works über „Forschung und modernste Technologien in der digitalen Gesundheit“ bildeten die perfekte Basis für einen Open-End-Hackathon am 30. Oktober 2020. Es war auch in Woche 4, als der erste Pitch-Workshop abgehalten wurde. In den letzten zwei Wochen haben die Teilnehmer in Workshops, Interviews und Gesprächen untersucht, wie ein tragfähiges Geschäftsmodell geschaffen werden kann. Der letzte Demo-Tag fand am 12. November 2020 statt.

Mathis Palm, Accelerator Project Assistent bei EIT Health Germany, hat die jungen Innovatoren als Coach für folgende Herausforderung (Challenges) unterstützt: „Wie kann man die Nutzer Retention bei einer digitalen Anwendung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen langfristig so hoch wie möglich halten?“, gestellt vom Digital Health Start-up Midaia. Wir unterhielten uns kurz mit einer der Teilnehmerinnen, Nada Sahlab, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme der Universität Stuttgart, über ihre Erfahrungen mit dem Programm.

1.Was ist dein Eindruck von den Challenges?

Die Herausforderung für unser Team bestand darin, die Kundenbindung für die Verwendung einer mobilen App zur Unterstützung bei rheumatischen Erkrankungen zu verbessern. Das Team wurde beauftragt, an Konzepten zur Erhöhung der Langzeitbindung zu arbeiten. Der Challenge Owner erwähnte, dass zwei wissenschaftliche Konzepte entworfen werden sollten, was etwas schwierig war, dies in den Kontext eines Geschäftsmodells zu stellen und durch einen Prototyp zu visualisieren. Wir haben daher Anwendungsfunktionen demonstriert, die den Patienten mehr Wert bringen und dadurch die Retention implizit erhöhen. Es war eine Herausforderung, den Arbeitsumfang beizubehalten und ein Gleichgewicht zwischen der Anwendung der Erkenntnisse aus der Sitzung und den Anforderungen des Challenge Owner herzustellen. Insgesamt wurden die vom Team erzielten Ergebnisse jedoch positiv bewertet.

2. Hast du Anmerkungen zum Team?

Ich hatte in einem interdisziplinären Team gearbeitet, Mitglieder hatten unterschiedliche Bildungshintergründe und Karrierestufen. Wir hatten einen flexiblen Ansatz bei der Aufgabenteilung und eine insgesamt motivierende und positive Atmosphäre während unserer Diskussionen. Die Coaches unterstützten unsere Diskussionen und Ergebnisse, indem sie andere Perspektiven einführten und uns dazu brachten, unsere Ansätze auf produktive Weise in Frage zu stellen. Am Anfang hat mir besonders gut gefallen, dass Herr Mathis Palm unbedingt mehr über uns als Einzelpersonen erfahren wollte, was unseren Zusammenhalt als Team während der gesamten Schule stärkte.

3. Was nimmst du besonders aus dem Programm für dich mit?

Während ich an der Herausforderung arbeitete, gefiel mir, wie ein benutzerzentrierter Ansatz in den Mittelpunkt gestellt und Interviews mit Nutzern ermöglicht wurden. Ich habe viel aus den Vorträgen gelernt und wurde über den Status, die Herausforderungen und die Potenziale der Digitalisierung des Gesundheitsbereichs informiert.

Andere Teilnehmereindrücke:

Diese Schule war eine großartige Gelegenheit, neue Aspekte der Geschäfts- und Wissenschaftswelt kennenzulernen. Unsere Herausforderung war sehr angenehm und unser Team entwickelte sehr schnell einen großartigen Spirit. Die Bemühungen und die Kreativität aller waren inspirierend und ich fand neue Energie, um weiter in meine Ideen zu investieren.“ (Chiara Di Ponzio, Doktorandin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Charité Berlin)

„Während der Startup-Schule war es großartig, Einblicke in Tools und Methoden zu erhalten, um ein Startup im Gesundheitswesen von Grund auf neu zu erstellen. Insbesondere die Kontakte zu Experten im Rahmen dieser Aktivität sind wertvoll und nützlich für die Zukunft. Ich plane auch ein Startup zu starten und ich fühle mich jetzt zuversichtlicher.“ (Markus Schinle, Wissenschaftler am FZI- Forschungszentrum Informatik)

Wir freuen uns auf das nächste Jahr!