Bei SyNoesis Therapeutics handelt es sich um ein auf Biotech spezialisiertes Startup, das die Vision verfolgt, Parkinson und weitere schwere Gehirnerkrankungen mit Hilfe einer neuen Therapie zu heilen. Zunächst gewann das Unternehmen den 1. Platz beim EIT Health Catapult – Kategorie Biotech im Jahr 2018, im Folgejahr bewarb es sich dann für SMP und wurde für die Ferrer-Challenge mit Fokus auf die Parkinson-Krankheit und das Einfrieren des Gangs als Begleiterscheinung ausgewählt. Im Folgenden gibt Athanasios Spathis, CEO von SyNoesis Therapeutics, aus seiner Sicht einige Einblicke in das Programm.

1. Was ist die Geschichte hinter SyNoesis Therapeutics?

Unser Unternehmen SyNoesis Therapeutics ist ein Startup mit der Mission, neuartige Behandlungsmethoden für Gehirnerkrankungen zu entwickeln. Parkinson und Alzheimer sind die zwei bekanntesten unheilbaren Hirnkrankheiten bei Patienten über 65 Jahren. Aufgrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft wird bis 2040 eine Verdopplung der Patientenanzahl mit diesen Krankheiten erwartet. Wir verfolgen neue Ansätze und identifizieren gleichzeitig neue Wirkungsweisen, um aus diesen Ansätzen heraus innovative Lösungen zu schaffen, die den Bedarfen rund um diese schwerwiegenden Erkrankungen begegnen.  

2. Erzähl uns ein bisschen mehr über deine Erfahrungen mit EIT Health. Innerhalb des EIT Health Netzwerks habt ihr euch ja bereits einen Namen gemacht. 

Synoesis wurde im Rahmen des EIT Health Catapult Wettbewerbs 2018 mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Das hatte zwei sehr wichtige Dinge zur Folge: erstens schaffte es ein großes Vertrauen in unser Unternehmen und die Rentabilität des Projekts, da die Gutachter Geschäftsexperten mit einem starken Marktbezug waren. Zweitens verstärkte es natürlich maßgeblich die Bekanntheit bei den Investoren und innerhalb der EIT Health Community. Letztere wurde sogar noch breiter, je mehr wir an weiteren EIT Health Netzwerkveranstaltungen teilnahmen, die eine gezielte Kundenansprache ermöglichten.

Die Einbindung von SyNoesis in die EIT Health Community und deren Aktivitäten war eine tolle Erfahrung und eine sehr gute Gelegenheit, einen Mehrwert für unser Projekt zu schaffen: EIT Health Programme bieten inhaltlich eine Menge, außerdem Reichweite in ganz Europa. Sie ermöglichen die Zusammenarbeit mit anderen EIT Health Partnern, man wird auf sehr hohem Niveau von Experten unterstützt und weitergebracht. Nicht zuletzt fördert EIT Health die Netzwerkaktivitäten mit Investoren und Industriepartnern.

3. Was hat dich am meisten am SMP Programm begeistert?

Ich habe sofort gedacht: das ist eine tolle Sache, weil es sehr zielgruppenorientiert konzipiert ist. Zudem ist es sinnvoll zugeschnitten auf die vorab kommunizierten Anforderungen der teilnehmenden Pharmaunternehmen. Die Experten aus den jeweiligen Firmen waren dann auch am Auswahlverfahren beteiligt, das machte es nochmal zielgerichteter. Große Pharmaunternehmen spielen als strategische Partner für jedes Startup, das sich mit Medikamentenentwicklung beschäftigt, eine wichtige Rolle. Mit Blick auf diese ganzen Vorteile habe ich SMP als erstklassige Gelegenheit für uns gesehen, gezielte Trainings für Strategie- und Businessplanentwicklung zu erhalten, das Projekt dann auch direkt im Rahmen der Vorab-Treffen den Pharmaunternehmen vorzustellen und gegebenenfalls die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit oder für Lizenzvereinbarungen auszuloten.

4. Was war für SyNoesis Therapeutics das wichtigste Ergebnis, das SMP euch gebracht hat? 

Neben einer wertvollen Erfahrung, dem Netzwerk selbst und den Hilfestellungen seitens der Industrie möchte ich folgende messbare Ergebnisse nennen:

1) Ein NDA (Non-Disclosure-Agreement, Geheimhaltungsvereinbarung) zwischen uns und einem Pharmaunternehmen, das beidseitig unterzeichnet wurde.

2) Weiterhin andauernde Gespräche mit einem weiteren Unternehmen hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit.

3) Eine offene Inkubationsperiode bei einem Pharma-Inkubator.

 5. What sind die nächsten Schritte für SyNoesis Therapeutics?

Die Zukunft eines Startups, das sich auf die Arzneimittelentwicklung konzentriert, hängt von seiner Entfaltung über nationale Grenzen hinweg ab. Das ist ein Prozess, der sowohl risikoreich ist als auch mehrere Millionen kostet. Die Mentalität der relevanten Investoren und Interessensvertreter hat sich über die letzten Jahre verändert und der Ansatz heutzutage konzentriert sich auf die Bildung von Konsortien, um Kräfte zu bündeln und das Risiko für den Einzelnen zu minimieren. Ein Startup wie SyNoesis als solches muss versuchen, so viel wie möglich unter Beteiligung von Ländern zu entwickeln, die günstige Ökosysteme bereitstellen, welche die Unternehmensentwicklung und Kollaborationen mit wichtigen Interessensvertretern fördern.

In diesem Kontext wird SyNoesis im nächsten Monat eine Niederlassung in Basel (Schweiz) eröffnen, um ein sehr wichtiges Netzwerk aus Spezialisten in der Medikamentenentwicklung zu aktivieren. Gleichzeitig zielen wir auch auf Belgien und Großbritannien hinsichtlich Fördergeldern durch spezifische Kanäle und auf Spanien für klinische Studien ab. 

Meine Vision ist es, drei oder vier Stützpunkte präklinischer und klinischer Entwicklung in Europa aufzubauen. Außerdem möchten wir die Seed-Finanzierungsrunde noch in diesem Jahr abschließen, um das Projekt voranzutreiben und innerhalb des klinischen Kontexts dann in 2021 die ersten Versuche am Menschen durchzuführen.