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Innovationen an Bord: Sechs Headstart-Gewinner auf diesjährigem SHIP-Event ausgezeichnet

Am Mittwoch, den 26. Juni 2019, kamen mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bord der „Königin Silvia” für das jährliche EIT Health Event SHIP – Ship for Health Innovation Pitches.

Die Veranstaltung, die während einer Neckarfahrt von Heidelberg Richtung Odenwald stattfindet, stellt eine günstige Gelegenheit für aufstrebende HealthCare Unternehmen dar, ihre Innovationen im Beeich MedTech, BioTech und Digital Health vor anwesenden EIT Health Germany Partnern und regional ansässigen Investoren aus Baden-Württemberg zu präsentieren. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 € (im Rahmen des Headstart Awards) sowie eine Nominierung für das Halbfinale im  European Healthcatapult Programm waren dabei besondere Anreize.

In diesem Jahr waren 22 Unternehmen eingeladen, vor dem Publikum und der Expertenjury zu pitchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sowohl die Möglichkeit, im Rahmen der qualitativ hochwertigen Vorträge ihre Fragen an die Teams zu richten, als auch während mehrerer Netzwerkpausen mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Im Rahmen der anschließenden Verleihungszeremonie vergab Dr. Katharina Ladewig, Managing Director EIT Health Germany gemeinsam mit Dr. Volker Lodwig, Aufsichtsratvorsitzender EIT Health Germany einen Award zu den glücklichen Siegern des Tages: AcryRad (ScintHealth), AUCTEQ, Earlysight, Eisbach Bio, MR Shim und RAMPmedical.

Eines der Ziele von EIT Health ist die Förderung regionaler und herausragender Start-ups. In diesem Zuge bietet EIT Health Preisgelder von bis zu €50,000.00 für jeden Awardwinner als auch Zugang zu seinem weitläufigen paneuropäischen Netzwerk aus Industrie- und Forschungspartnern. Eine Kombination aus frischen Ideen und bestehender, sich stetig weiter entwickelnder Expertise aus dem Netzwerk können so Teilnehmer aus verschiedensten Kontexten profitieren.

„Wir sind sehr glücklich und vor allem dankbar für den heutigen Award. Wir sind gespannt, was uns in Zukunft erwartet. Nachdem wir MR Shim letztes Jahr gegründet haben, ist für uns in dieser frühen Entwicklungsphase ein starkes Netzwerk von großer Bedeutung. Natürlich ist das Preisgeld finanziell gesehen eine tolle Unterstützung, viel wichtiger und unbezahlbar aber ist für uns das EIT Health Netzwerk, das uns viele Türen öffnet.“

Dr. Sahar Nassirpour, CEO & Co-Founder, MR Shim

Die Start-ups hatten jeweils drei Minuten Zeit, um das Publikum und die Jury von ihrem Konzept zu überzeugen. Im Anschluss folgte eine Fragerunde, im Rahmen derer die Teams hinsichtlich Innovationscharakter, Alleinstellungsmerkmalen, Praktikabilität, Nutzerfreundlichkeit und dem Geschäftsmodell ihres Produkts Auskunft geben mussten.

„Während ich im letzten Jahr noch mit meinem Unternehmen als Bewerberin um die Headstart-Auszeichnung auf dem SHIP war, war ich dieses Mal als Teil der Jury auf der anderen Seite des Raums. Dieser Perspektivwechsel macht das Programm für mich noch einmal interessanter und ist zudem ein Vorzeigebeispiel für die Zusammenarbeit von EIT Health mit Unternehmen aus seinem Netzwerk.“

Maria Sievert, CEO & Co-Founder, inveox

Die Expertenjury: Simon Beuerle (AOK Baden-Württemberg), Prof. Dr. Freimut Schliess (Profil GmbH), Maria Sievert (inveox), Dr. Birgit Kerber (European Molecular Biology Laboratory, EMBL), Dr. Nana Bit-Avragim (Brandenburg Medical School Theodor Fontane), Rajnesh Airey (Convergence Partners AG), Jürgen Simon (Siemens Healthineers Technology Accelerator)

„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mehr kollaborative Innovationsmodelle im Bereich HealthCare brauchen – anstatt dass jeder geschlossen für sich arbeitet. Die Frage ist: wie können transformative Innovationen übergeführt werden in ein beständiges, funktionales und nutzerfreundliches Ökosystem? Diese Art Ökosystem erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Personengruppen, um wiederum verschiedene Bedarfe zu bedienen. Als Teilnehmerin und Jury-Mitglied beim SHIP-Event hatte ich die wundervolle Gelegenheit, ein einzigartiges und multidisziplinäres Ökosystem aus 16 Start-ups sowie Vertretern aus Forschung und Industrie von EIT Health Germany zu erleben. Für mich stellt dies ein wahrhaftiges Beispiel transformativer und innovativer Praxis dar.“

Nana Bit-Avragim, Program Lead, Brandenburg Medical School Theodor Fontane

EIT Health wird künftig alle Finalisten (nicht nur die Gewinner!) durch Netzwerkaktivitäten, lokale Trainings und digitale sowie persönliche Betreuung dauerhaft dabei unterstützen, ihre Innovationsprojekte auf den Markt zu bringen. Es gilt: wer einmal Teil des Netzwerks ist, ist Teil der EIT Health Familie!

Augezeichnet wurden in diesem Jahr:

ScintHealth entwickelt die erste minimal-invasive softwarebasierte kurative Therapie für Wirbelsäulenkrebs.  Durch die Verwendung eines neuartigen flüssigen radioaktiven Polymers, das bei der Injektion sofort erstarrt, kann das Produkt AcryRad von ScintHealth für Metastasen und Primärtumore in der Wirbelsäule eingesetzt werden. Da die Radioaktivität an der Injektionsstelle verbleibt, können hohe lokale Strahlendosen abgegeben werden, während Nebenwirkungen stark reduziert werden.  Darüber hinaus kann die Therapie von ScintHealth in einer einzigen Sitzung (gegenüber bis zu 40 Sitzungen im aktuellen Setup) und damit zu niedrigeren Kosten durchgeführt werden.

AUCTEQ Biosystems entwickelt einen erweiterbaren Einweg-Bioreaktor, um die Effizienz biopharmazeutischer Produktionsprozesse zu steigern, indem Kontaminationsrisiken, Arbeitskapazität und Entsorgungskosten reduziert werden. In biopharmazeutischen Prozessen werden arzneimittelherstellende Zellen in bis zu 10.000 Liter großen Bioreaktoren kultiviert. Um einen solchen Bioreaktor zu starten, ist ein bestimmtes Volumen an Zellkultur erforderlich. Die hierzu nötigen manuellen Transferschritte bergen ein hohes Kontaminationsrisiko, erfordern hohe Arbeitskapazitäten und produzieren viel Kunststoffabfall. Mit den Aucteq-Bioreaktoren werden alle manuellen Transferschritte auf einen einzigen Schritt reduziert. Insgesamt können so mindestens 30% der aktuellen Prozesskosten eingespart werden.

Earlysight ermöglicht die Überwachung der Netzhaut auf Zellebene. So können bei jährlichen Routineuntersuchungen erste Anzeichen einer Netzhauterkrankung durch frühzeitige mikroskopische Veränderungen der Zellstruktur erkennbar sein, um dauerhaften Schäden des Sehvermögens vorzubeugen. Die Diagnose einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) wird in der Regel zu spät gestellt, wenn der Patient bereits einen irreversiblen Sehverlust hat. Der Versorgungsstandard in der ophthalmologischen Bildgebung, mit dem die AMD diagnostiziert wird, ist sehr effizient bei der Darstellung der großflächigen Form und Verformung der Netzhautschichten, aber sie ist nicht in der Lage, gute Bilder auf zellulärer Ebene zu generieren. So wird aktuell die Diagnose an großen makroskopischen Defekten gestellt, die in der Regel erst im fortgeschrittenen und späten Stadium der Erkrankungen sichtbar werden.

Eisbach Bio ist ein innovatives Biotechnologie-Start-up, das 2019 als Spin-Out des Biomedizinischen Zentrums München gegründet wurde. Eisbach Bio entwickelt neuartige Medikamente, die auf die molekularen Verwundbarkeiten bei Krebs abzielen. Einige der verheerendsten Tumore entwickeln so genannte Tumorsuppressorgene. Diese Tumore sind schwer zu erfassen, da sich ihr Genom ständig weiterentwickelt. Eisbach Bio kann diese Tumore direkt angreifen und entwickelt dazu auf Basis einer einzigartigen Screening- und Zellplattform Medikamente, die diese störenden Veränderungen im Tumor korrigieren und zwar auf eine sehr spezifische Weise, die Nicht-Krebszellen schont.

MR Shim ist ein 2018 gegründetes MR-Technologie- und Beratungsunternehmen, das Lösungen für artefaktfreie MRT und verbesserte Diagnosequalität anbietet und damit den Weg für neue MR-Möglichkeiten ebnet. Das Hauptprodukt ist ein Plug-and-Play-Add-on-Gerät, das auf jedes MRT-Gerät angewendet werden kann. Diese integrierte Lösung verbessert die MRT-Bildqualität durch Echtzeitkontrolle des Magnetfeldes. Bislang müssen 20% aller MRT-Untersuchungen wiederholt werden. Darüber hinaus führen qualitativ schlechte MRT-Aufnahmen zu Fehldiagnosen und wiederholten Behandlungen, die kostspielig und lebensbedrohlich sind. Diese Zusatzlösung stabilisiert das Magnetfeld in Echtzeit und gewährleistet höchste Homogenität für artefaktfreie Bilder.

RAMPmedical ist ein Tool zur Unterstützung bei Therapieentscheidungen, das Ärzten hilft die richtige Behandlung für den Patienten zu finden und auf dem neuesten Stand der Forschung und Arzneimittelinformationen zu bleiben. Diese Software bringt Transparenz in die Behandlungsentscheidungen und kann die mögliche Optionen vollständig bewerten, um die beste verfügbare Therapie basierend auf der Diagnose des Patienten und den Vitalparametern auszuwählen. Rampmedical analysiert aktuelle Behandlungsrichtlinien und medizinische Forschung und präsentiert die Ergebnisse zugänglich, so dass Ärzte die Informationen verstehen und Fehler vermeiden können.

Headstart Award, Runde zwei: Jetzt bewerben bis zum 12. September 2019!

Eine gute Nachricht noch zum Schluss an alle deutschen, österreichischen oder schweizer Healthcare Start-ups, die gestern nicht dabei sein konnten: Die EIT Health Headstart Awards gehen noch in diesem Jahr in die zweite Runde: Anlässlich der Frontiers Health Conference vom 13. bis 15. November in Berlin verleiht EIT Health Germany weitere Headstart Awards, für die sich sich junge Entrepreneure im Bereich Gesundheitswesen ab sofort mit ihren innovativen Ideen bewerben können. Bewerbungsschluss ist der 12. September 2019. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.