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Flowbone erhält Kapitalspritze zur Vorbeugung von Knochenbrüchen

Der Gewinner des EIT Health Headstart Flowbone, erhielt 150.000 Schweizer Franken Venture-Kick-Mittel zur Stärkung der durch Osteoporose geschwächten Knochen.

Weltweit leiden mehr als 250 Millionen Menschen an Osteoporose, einem Gesundheitszustand, der die Knochen schwächt und sie gebrechlicher macht. Die häufigste Behandlung für die Erkrankung sind Medikamente, mit denen jedoch zwei Nachteile verbunden sind. Sie wirken auf alle Knochen des Körpers und die Vorteile sind erst 12 Monate nach Beginn der Behandlung sichtbar.

Dr. Ulrike Kettenberger und andere EPFL-Wissenschaftler haben eine neuartigen Wirkstoff namens Flowbone entwickelt, um dieses Problem anzugehen. Ihre Lösung besteht in einem hoch injizierbaren Biomaterial, das den Knochen durch eine bahnbrechende Technologie namens „Local Bone Seeding“ schnell stärkt. „Wir haben ein Biomaterial in Form eines Gels entwickelt, das eine Hyaluronsäurematrix, Calciumphosphatpartikel und eine winzige Dosis Bisphosphonat enthält“, sagt Dr. Ulrike Kettenberger. Sie fügt hinzu: „Es könnte als minimal-invasive Behandlung dienen, um systemische Nebenwirkungen zu vermeiden. Drei bis vier Monate nach der Injektion wird eine starke lokale Zunahme der menschlichen Knochenstruktur erwartet, die etwa drei Jahre anhält.

Das Biomaterial wird in einem sehr einfachen, ambulanten Verfahren in den Hüftknochen injiziert und induziert eine Ablagerung der körpereigenen Mineralien, was zu einer In-situ-Gerüstbildung und zur Förderung des Knochenwachstums führt. Der neu gebildete Knochen stärkt schnell den alten Knochen und führt zu einer signifikanten Verringerung des Frakturrisikos. Die Local-Bone-Seeding Technologie ist das Ergebnis von sechs Jahren Forschung und Entwicklung im Labor für Biomechanische Orthopädie der EPF Lausanne. Die Technologie befindet sich derzeit in der vorklinischen Phase und bereitet sich auf klinische Studien vor der Vermarktung vor. Die Produktverfügbarkeit für Patienten wird für 2026 erwartet.

Im Juli 2020 gründeten Dr. Ulrike Kettenberger, Dr. Régis Gauderon und Prof. Dominique Pioletti die Firma Flowbone, um die neuartige Behandlung zu vermarkten. Vier Monate später waren sie einer der drei Gewinner der zweiten Runde des EIT Health Headstart Programms und erhielten einen Zuschuss von 50.000 Euro. Bei der jüngsten Zugabe zu ihrem Finanzierungskapital handelt es sich um 150.000 Schweizer Franken, die für die Einrichtung der Produktionsanlagen und die Erweiterung des Kernteams vorgesehen sind.

Herzlichen Glückwunsch an das Team!