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Erstmals DIN-Standard für vorbildliche Seniorenbetreuung dank Mecasa veröffentlicht

EIT-Health Headstart-Programm 2019 Finalist Mecasa setzt sich mit der Initiierung des ersten DIN-Standards für eine höhere Versorgungsqualität in der 24h-Pflege durch.

Die Nachfrage nach häuslicher Betreuung für unterstützungsbedürftige Senioren in Deutschland ist groß. Ein Mangel an qualifiziertem Personal heißt, dass ausländische Hilfskräfte, vor allem aus osteuropäischen Ländern, zu einer tragenden Versorgungssäule geworden sind. Aufgrund von fehlenden öffentlichen Vorgaben, führt dies oft zu einer Ausbeutung von Betreuungskräften und mangelhafter Beratung von Kunden. „Wir haben zwar einen Pflegenotstand in Deutschland, das darf aber keine Lizenz zur Ausbeutung von Betreuungskräften sein“, sagt Oliver Weiss, Mecasa-Geschäftsführer.

Am 22. Januar 2021 hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) den neuen Qualitätsstandard DIN SPEC 33454 veröffentlicht, der unter der Leitung des Start-ups Mecasa durch ein interdisziplinäres Gremium (Pflegewissenschaftler, Verbraucherschützer, Juristen, und qualitätsorientierte Pflegeunternehmen) seit 2018 entwickelt worden ist. Dieser Qualitätsstandard setzt einen wichtigen Impuls für rechtliche und soziale Ausgewogenheit und soll gleichermaßen für den standardisierten Schutz von Kunden und Betreuungskräften sorgen. Anforderungen an ein der DIN SPEC 33454 entsprechendes Betreuungsverhältnis finden sich Auflagen wie die Prüfung der Arbeitsverträge der ausländischen Partnerunternehmen, umfassende Aufklärung der Betreuungskräfte vor Antritt des Einsatzes, und die Einbindung etwa der Tagespflege oder des ambulanten Pflegedienstes, um Pausen und freie Tage zu gewährleisten.

Durch den DIN SPEC 33454 werden auch Vorgaben und Abläufe für den Vermittlungsprozess klar definiert und unterscheiden erstmals pflegefachlich fundierte Betreuung von unqualifizierter Personalvermittlung. „Mit der DIN SPEC 33454 können Vermittler nicht mehr unbesehen die Personalvorschläge ihrer Rekrutierungspartner in Osteuropa weiterleiten. Eine Eignungsprüfung der Betreuungskräfte, pflegefachliche Kundenberatung und Unterstützung während des Einsatzes sind bei der zertifizierten häuslichen Betreuung Pflicht.“ berichtet Oliver Weiss. Auf der anderen Seite können auch die Kunden sicher sein, dass eine ausländische Betreuungskraft in Notfallsituationen handlungsfähig ist, da sie ab 2022 eine Erste Hilfe Bescheinigung nachweisen müssen. Ab Februar 2021 wird eine Zertifizierung nach dem brandneuen Standard für qualitätsorientierte Vermittlungsunternehmen möglich sein.

Der vollständige neue Qualitätsstandard DIN SPEC 33454 kann als PDF-Dokument in den Warenkorb gelegt, kostenlos bestellt und anschließend heruntergeladen werden. Der DIN SPEC 33454 ist hier verfügbar.

Der neue Qualitätsstandard ist nicht das einzige Projekt von Mecasa auf dem Weg zu einer vorbildlichen häuslichen Betreuung. Seit 2017 vermittelt das Stuttgarter Pflegeunternehmen Mecasa Betreuungskräfte aus Osteuropa für die 24h-Pflege. Durch die Förderung von EIT Health im Rahmen des Headstart-Programms 2019, entwickelten die vier Gründer Oliver Weiss, Simon Spangenberg, Dr. Benjamin Krill, und Jan Müntinga gemeinsam mit Prof. Dr. Dirk Hagemann von EIT Health Core Partner Universität Heidelberg eine digitale Vermittlungsplatform mit psychologischem Matching-Verfahren, mit dessen Hilfe deutsche Senioren und osteuropäische Betreuungskräfte in möglichst passenden und somit gut harmonisierenden Kombinationen zueinanderfinden sollen. Durch den Abgleich angegebener Daten zu Pflegebedarf, Pflegekompetenz und Persönlichkeitsmerkmalen konnte Mecasa bereits die Abbruchquote von Betreuungsbeziehungen von 31 auf 12 Prozent senken.

Lesen Sie hier die offizielle Pressemitteilung.