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DiGAs: Expert:innen-Whitepaper diskutiert Chancen für Europa

Ein Nachmittag, zehn Köpfe, viel Diskussionsstoff – und am Ende eine klare Meinung: Das deutsche DiGA-Modell ist europäischer Vorreiter, um digitale Gesundheitslösungen auf den Markt zu bringen. Doch auch hier sehen die Expert:innen noch unausgeschöpftes Potential.

 

DiGAs – Ein Modell für Europa? Dieser Frage stellte sich die  EIT Health Round-Table Discussion Series in den vergangenen Monaten in Runden europaweit. Der runde Tisch der deutschen Vertreter:innen aus einschlägigen Bereichen der Gesundheitswirtschaft stand in Berlin. Dort fand er am 16. September 2021 im Rahmen des KassenGipfels als Podiumsdiskussion vor Publikum statt und brachte interessante Fragen und Einschätzungen hervor. Die Ergebnisse der Expert:innenrunde veröffentlicht EIT Health Germany nun als frei verfügbares Whitepaper. Die Einschätzungen der Runden – in Deutschland und in ganz Europa – sollen als Grundlage zur Adaption in anderen europäischen Ländern dienen.

 

Die Round-Table Diskussion auf dem KassenGipfel in Berlin.

Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) , trat im Dezember 2019 in Kraft. Es bietet eine rechtliche Regelung, in der digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) als Kassenleistung zugelassen und abgerechnet werden können. Sie können damit von Ärzt:innen und Therapeut:innen verordnet werden. Diese Regelung, die digitalen Anwendungen den Einstieg in den Gesundheitsmarkt ermöglicht, ist bisher europaweit einmalig und wird derzeit von anderen europäischen Gesundheitsministerien prüfend betrachtet.  Welche Chancen ein europäisches DiGA-Zulassungssystem birgt und welche Schwierigkeiten zu erwarten sind, diskutierte das zehnköpfige Panel anhand seiner bisherigen Erfahrungen in Deutschland. Bei der Analyse der Ergebnisse aus einem Jahr DiGA in Deutschland wurde aber auch deutlich, dass auch das deutsche Zulassungssystem noch Hürden zu überwinden hat.

 

 

Erarbeitete und moderierte die Diskussion: Dr. Anke Diehl

Es diskutierten Dr. Anne Geier (Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e.V), Björn-Ingemar Janssen (Verband der Ersatzkassen), Dr. Henrik Matthies (health innovation hub des BMG), Nora Müller (Flying Health GmbH), Matthias Prütz (adesso SE), Michael Rosenstock (SANA Kliniken AG), Prof. Dr. Freimut Schliess (PROFIL Institut für Stoffwechselforschung GmbH) sowie Christian Weigand (Fraunhofer Mobile Health Lab). Für das Whitepaper stellte außerdem Pia Maier aus dem Vorstand des Bundesverbands Internetmedizin ihre Einschätzungen zur Verfügung. Geleitet wurde die Sitzung von Dr. Anke Diehl (Universitätsmedizin Essen).

 

Lesen Sie hier die Ergebnisse der Expert:innenrunde als Whitepaper auf englisch und deutsch.