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COVID-19: Aktionen und Initiativen der EIT Health Germany Gemeinschaft

Die Corona-Pandemie breitet sich weiterhin schnell auf der ganzen Welt aus und betrifft all unsere Lebensbereiche. Es ist eine in der jüngsten Vergangenheit beispiellose Krise für die öffentliche Gesundheit und jeder einzelne wird zur Mithilfe aufgerufen.

Einhergehend mit der anhaltenden Gesundheitskrise rund um das Coronavirus reagiert EIT Health in dieser Zeit mit der nötigen Unterstützung und den nötigen Kontakten, um es jedem zu ermöglichen, auf eine positive Art und Weise zu dieser globalen Bewegung beizutragen. EIT Health weiß um die Erfahrungswerte, den Ideenpool, die verfügbaren Ressourcen und die Hilfsbereitschaft seines breit gefächerten Netzwerkes und hat sich daher dazu entschieden, eine Online-Plattform ins Leben zu rufen, um den Ideenaustausch und die Allokation von Ressourcen innerhalb unseres Netzwerks zu erleichtern. Hierzu können die Funktionen  ‚Asks‘ und ‚Offers‘ genutzt werden, um Bedarfe und Angebote sinnvoll zu vernetzen und Kollaborationen innerhalb der EIT Health Gemeinschaft und darüber hinaus zu fördern.

Interessierte möchten bitte dieses Formular ausfüllen. Zusätzlich zu den Aktivitäten von EIT Health haben einige EIT Health Germany Partner bereits Maßnahmen ergriffen und Initiativen eingeleitet, die dabei helfen, den Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen. Hier einige Beispiele:

Die Entwicklung von Gegenmaßnahmen unterstützen

Die Ausbreitung der Pandemie hatte bislang eine beispiellose Mobilisierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Folge. Ihre Priorität ist jetzt die Entwicklung von Gegenmaßnahmen, seien es Impfstoffe, Therapien oder Diagnostika, und in der Folge die Bereitstellung dieser Maßnahmen für die Bedürftigen. Beispielsweise nutzen Forscher der Abteilung für Biosystemwissenschaften und Ingenieurwesen an der ETH Zurich in Basel ein statistisches Modell, um die genetische Genealogie der Erreger zu analysieren und die Anfänge der Corona-Pandemie auszuwerten.

Ebenso übernimmt das Unternehmen Profil , das sich auf frühe klinische Studien spezialisiert hat, in diesen Zeiten Verantwortung und bietet Unterstützung für Unternehmen, die Impfstoffe gegen COVID-19 entwickeln. Als eine der führenden Phase-1-Units in Europa stellt Profil seine Expertise im Umgang mit dem europäischen Regulierungswesen und seine jahrelange Erfahrung bei der Durchführung von Frühphasenstudien in seinen zwei Kliniken in Deutschland zur Verfügung. Unser österreichischer Partner Boeringer Ingelheim führt eine rechnergestützte Untersuchung seiner gesamten molekularen Bibliothek durch, um neuartige kleine Moleküle zu identifizieren, die gegen das Virus wirken können.

Janssen Pharmaceutical hat eine  Zusammenarbeit mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) begonnen, um die Entwicklung eines vorbeugenden Impfstoffs gegen COVID-19 voranzutreiben. Das Impfprogramm von Janssen wird sich der AdVac® und PER.C6®  Technologien bedienen, die es möglich machen, die Produktionsrate eines optimalen Impfstoffs schnell zu erhöhen. Außerhalb seiner Bemühungen um einen Impfstoff arbeitet Janssen zudem eng mit strategischen Partnern weltweit zusammen, um seine Molekülbibliothek auf antivirale Moleküle zu untersuchen und so die Entdeckung potenzieller Behandlungsmethoden von COVID-19 zu beschleunigen und die Menschen weltweit aufatmen zu lassen.

Bereits ab dem 13. März 2020 war der Cobas SARS-CoV-2 Test von Roche zur Detektierung des neuartigen Coronavirus auf dem Markt erhältlich. Einhergehend mit den gelockerten Regularien der US-Gesundheitsbehörde FDA wird der erste kommerzielle Test für SARS-CoV-2 eine Beschleunigung der Tests ermöglichen, um dringende medizinische Bedarfe zu decken.

Studien als Unterstützungsmaßnahmen

Das Austrian Institute of Technology Health Information Systems hat sich mit der Medizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Grau, Lech-Zürs Tourismus und dem Management Center Innsbruck zusammengetan, um auf schnellem Weg eine Online-Längsschnittstudie durchzuführen, welche die Symptome des Coronavirus, die COVID-19 Erkrankung sowie Veränderungen in der täglichen Routine der unter Quarantäne gestellten Personen untersuchen soll, um infolge dessen Schlussfolgerungen hinsichtlich des Verlaufes sowie des Fortschreitens der Krankheit zu ziehen.

Die École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) hat ebenfalls mehrere Studien begonnen, diese sind jedoch nur ein Teil ihres großen Aktionspakets gegen COVID-19, das sowohl die Entwicklung von Behandlungsmethoden und Impfstoffen als auch die Bereitstellung von Soforthilfemaßnahmen zur Milderung des Einflusses der Krise auf die Menschen beinhaltet. Aktuell laufen die Studien „Structure-based design of protein-based anti-virals and vaccines targeting SARS-CoV-2“, geleitet von Prof. Bruno Correia, „Host genetics of life-threatening SARS-CoV-2 infection in previously healthy patients“ geleitet von Prof. Jacques Fellay, „MedCo for COVID-19: Understanding the pathology through international, privacy-conscious data sharing“ geleitet von Prof. Jacques Fellay (SV) und Prof. Jean-Pierre Hubaux (IC) sowie „Understanding epidemic spreading“ unter der Leitung von Prof. Pascal Frossard (STI).

Mobilisierung der Gemeinschaft

Andere Partner haben sich dazu entschieden, sich das geballte Wissen und die Expertise ihrer Mitarbeiter und Forschungsteams zunutze zu machen. BioM zum Beispiel hat einen Aufruf zur Lösungsfindung gegen COVID-19 veröffentlicht, in diesem werden Mitglieder aufgefordert, Beiträge im Kampf gegen die Pandemie zu liefern. Hierzu wurde eigens eine Austauschplattform erstellt, um gezielt nach Partnern, Technologien und Expertise im Kontext von COVID-19 Forschungsprojekten zu suchen.  EPFL hingegen ruft seine Forscher zur Teilnahme an der offenen SNSF Projektausschreibung auf, die sich an Forscher unterschiedlicher Disziplinen richtet und die auf Ideen zum Umgang mit dem Coronavirus und seinen Auswirkungen abzielt.

Das Fraunhofer IME stellt die Schlüsselverbindung zwischen Biologen und Datenwissenschaftlern im EU-geförderten Exscalate4CoV (E4C) Konsortium her, um der Pandemie entgegenzuwirken. E4C konzentriert sich darauf, mithilfe fortschrittlicher Untersuchungsmethoden und Computertechniken Moleküle zu identifizieren, die eine Wirkung gegen das Virus haben könnten.

Die RWTH Aachen hat derweil eine mehr personenbezogene Initiative ins Leben gerufen, um bedürftige Menschen mit hilfsbereiten Menschen zusammenzubringen und so den Alltag der Betroffenen zu erleichtern (Botengänge, Unterstützung im Haushalt, Kinderbetreuung). Bayer stellt Krankenhäusern in der Lombardei und in China finanzielle Mittel und Sachspenden im Wert von über einer Million Euro zur Verfügung, um die Pandemie einzudämmen. Beiersdorf seinerseits hat sein europäisches Produktionsnetzwerk mobilisiert und 500 Tonnen medizinischer Desinfektionsmittel hergestellt, die primär den Kliniken, dem Krankenhauspersonal und weiteren öffentlichen Diensteinheiten wie Polizei und Feuerwehr zur Verfügung gestellt werden.

Startups aus der EIT Health-Familie sind ebenfalls im Kampf gegen das Virus aktiv: Climedo Health stellt seine webbasierte Plattform für klinische Datensammlung inklusive digitaler Patienten-Tagebücher kostenfrei für  Arztpraxen, Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen und NPOs mit Fokus auf  COVID-19 zur Verfügung. Die von Climedo vordefinierten digitalen eDiaries und ePROs (“electronic Patient Reported Outcomes”) werden es Testpersonen ermöglichen,  potenzielle Symptome, Nebenwirkungen oder weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand digital und aus der Ferne über ein mobiles Endgerät oder einen Computer zu übermitteln, auch während sie sich in Quarantäne befinden.

Ares Genetics , ein Unternehmen der Curetis Gruppe und das chinesische Genomforschungsunternehmen BGI hatten bereits im Januar 2020 eine Zusammenarbeit begonnen, um molekulare Tests zum neuen Coronavirus durchzuführen. Aus der Kooperation ging ein Sequenzierungs-Testservice der nächsten Generation für die Infektionskontrolle und Überwachung der weiteren Evolution des Coronavirus hervor. Das Test-Set erhielt im Februar 2020 die CE-Zertifizierung und wurde ab dem 16. März 2020 mithilfe des Vertriebspartnernetzwerks von Curetis diagnostischen Laboratorien in ganz Europa zur Verfügung gestellt, mehr Informationen dazu gibt es hier

Es ist inspirierend und berührend, wie die Welt in diesen Zeiten zusammenkommt, um die Pandemie zu bekämpfen. Das EIT Health Netzwerk wird aufgerufen, in diesem Kampf eine Rolle zu spielen und wir  sind fest entschlossen, unsere Mitglieder in dieser herausfordernden und schwierigen Zeit zu unterstützen. Bleiben Sie sicher und gesund!